FANSTORY 7.0 - Ein Dealer kommt selten allein -

      Die Pressekonferenz fand statt. Ich humpelte mit Krücke und dick bandagierter Schulter vor die Kameras und Mikrofone der Journalisten und setzte mich umständlich auf einen Stuhl.
      „Was haben sie vor?“ fragte ein Journalist, noch bevor ich meine Krücke weggelegt hatte und hielt mir das Mikro vor die Nase.
      „Momentan können wir nichts machen. Ich denke, Sie werden alle verstehen, dass uns in dieser Lage die Hände gebunden sind. Es geht um AnnaSophias Leben und wir können nicht riskieren, dass ihr etwas zustößt.“
      „Sie haben also auch nicht vor, einen spontanen Befreiungsversuch zu starten?“
      „Wenn sie mich anschauen, sollte sich diese Frage erübrigen. Neben mir sind einige weiter Mitglieder verletzt worden, wir befinden uns also in einer aussichtlosen Situation und können nur hoffen, dass wir die Forderungen für AnnaSophias Befreiung erfüllen können.“
      „Es gibt für sie auch keine Möglichkeiten, AnnaSophia zu orten?“
      „Nein. Wir haben davon abgesehen, sie mit einem Sender zu versehen, weil wir ihre Privatsphäre nicht einschränken wollten. Hätte sie eine ASRSG-All-round-Uhr, müsste sie nur den kleinen silbernen Knopf an der Seite drücken, um den eingebauten Sender zu aktivieren. Aber sie hat keine.“
      „Was halten sie von den Behauptungen, ihre Organisation wäre nur eine fanatische Amateurgruppe?“
      „Die Aussage hat durchaus ihre Richtigkeit, wir sind Fans von AnnaSophia und keine ausgebildeten Personenschützer, aber dieser Ausdruck ist sehr negativ.“
      „Bei dem letzten Einsatz der ASRSG ist ein Mitglied der Gruppe gestorben. Hat sich das auf das Engagement der anderen Mitglieder negativ ausgewirkt?“
      „Nun, wir waren alle sehr betroffen, schließlich war E36 ein Gründungsmitglied und ein guter Freund. Allerdings war uns allen von Anfang an klar, dass wir uns durch die Einsätze in Lebensgefährliche Situationen begeben. Ich selbst habe bereits bei vielen Einsätzen den Tod nur knapp verpasst. Der Verlust unseres Mitkämpfers hat uns dazu angetrieben, uns ab sofort noch mehr anzustrengen.“
      „Sie glauben also auch angesichts der aktuellen Situation, sich gebessert zu haben?“
      „Gegenfrage: Hatten wir inzwischen einen einzigen Verlust?“
      Die Zeit verging, die Journalisten fragten, ich antwortete. Nach etwa fünf Stunden hatte keiner der Journalisten eine Frage mehr und wir beendeten die Konferenz.
      (Fortsetzung folgt 8) )

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      „Wie willst du AnnaSophia jetzt finden? Ich meine: hä?“ machte BullTech mir seine Lage verständlich.
      „Wir können AnnaSophia über Funk orten.“
      „Der Vorschlag ist gut, dumm nur, dass AnnaSophia keinen Sender hat, hast du daran schon gedacht?“ fragte Engelchen.
      „AnnaSophia hat einen Sender. Ich habe ihr die ASRSG-Uhr gegeben.“
      „Und das sagst du uns erst jetzt? Dann hätten wir uns die ganze Quälerei mit diesem verpennten Taxifahrer sparen können?“ fragte Jarak Aufgebracht und Anastasia schlug sich vor den Kopf.
      „Sorry, Leute. Ich habe da einfach nicht mehr dran gedacht.“
      „Manchmal könnte ich dir wirklich links und rechts eine kleben!“ fluchte Asrloverock und Mufuß grinste.
      „Was hast du jetzt vor?“ fragte Shengo und kippelte auf seinem Stuhl.
      „Webmaster ortet den Sender. Tera beschafft uns Informationen über das Gebäude und Umgebung. Ich will sämtliche Ampelschaltungen wissen, welche Firmen in der Nähe sind, wo die nächste Polizei Station ist, wann das Gebäude gebaut wurde und aus welchem Material, Bewohner, Vermieter, Eigentümer, sind auf dem Dach Handyfunkmasten, wird in der nähr gebaut, Zugangsmöglichkeiten durch die Kanalisation, gibt es…“
      „Jetzt noch mal zu mitschreiben, bitte.“ Unterbrach mich Tera und zückte einen Stift.
      „Da brauchst du nichts aufschreiben, einfach alles.“
      „Sag das doch gleich.“
      „Roflduhastlol und Shengo, ihr nehmt euch unsere Wagen vor. Wenn wir loslegen, müssen alle wieder einsatzbereit sein. BullTech und Dave schauen Tera über die Schulter und überlegen, welche Ausrüstung wir brauchen. Jarak baut einen kleinen Roboter mit Kamera, mit dem wir in das Gebäude reinkommen und Patrick macht die nötige Software. Mindful funkt unsere Helikopter an, die sollen sich bereit halten und kontaktiert die örtlichen ASRSG-Mitglieder. Asrloverock geht in den Bazookasimulator und übt schießen, Anastasia macht das gleiche mit dem Scharfschützengewehr. Der Rest hat die nächste Zeit frei.“
      Ich humpelte zur Tür.
      „Wo gehst du hin?“ fragte Anastasia.
      „Ich muss noch kurz was erledigen. Tera, ich leihe mir mal deinen Wagen!“
      „Was? Wehe, der hat danach einen Kratzer!“
      „Stell aber nichts außergewöhnlich Blödes an!“ rief mir Dave hinter her, dann fiel die Tür zu.
      Ich ging in die Garage, stieg in Teras Wagen und startete den Motor, dann rollte ich in den hydraulischen Aufzug, der mich nach oben beförderte. Ich setze meine Sonnenbrille auf, schnallte mich an und raste aus dem Schiffscontainer.
      (Fortsetzung folgt 8) )

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      Mein Zeil war das Cafe bei meiner Wohnung, dessen Bedienung ich den Hunderter in die Hand gedrückt hatte, aber es ging mir nicht um das Rückgeld. Ich hatte eine Verabredung.
      Ich lenkte das Auto auf einen Parkplatz, stieg aus und ging zu dem Tisch, an dem ich bereits von einem Jungen oder jungen Mann in meinem alter erwartet wurde. Er trug eine verspiegelte Sonnenbrille und eine ASRSG-Uhr.
      „Pünktlich wie immer.“ Stellte der Junge fest und blickte auf die Uhr.
      „Hast du den Sender ausgemacht?“ fragte ich und der Junge nickte.
      „Verdammt lange her, dass wir uns gesehen haben.“
      „Du warst eine ganze Zeit lang weg. Wie war dein Urlaub?“ fragte ich und winkte die Bedienung zu uns.
      „Erholsam. Nach der ganzen Hektik war eine Verschnaufpause ganz angenehm. Was war eigentlich diese Pressekonferenz, die du heute gegeben hast?“
      „Eine Finte. Damit bekommen wir freies Feld.“
      „Wann steigt die Party?“
      „Bald. Wir wissen demnächst AnnaSophias Aufenthaltsort und dann kann es losgehen.“
      „Du siehst nicht gerade fit aus.“
      „Ich weiß, aber ich komme trotzdem mit.“
      „Früher hast du geplanter gehandelt. Das geht irgendwann ins Auge.“
      „Das ist schon passiert. Der Visagentyp hat AnnaSophia entführt. Wir haben ihn rausgeschmissen und vergessen die Türcodes zu ändern.“
      „Das ist allerdings Dummheit pur.“
      Ich zuckte mit den Schultern.
      „Kann ich ihnen etwas bringen?“ fragte die Bedienung, die an unseren Tisch trat.
      „Ein Capuccino bitte.“
      „Zwei.“
      Die Bedienung nickte und ging wieder.
      „Willst du das wirklich riskieren?“ fragte mich mein Gegenüber.
      „Ja. Ich muss AnnaSophia da rausholen.“
      „E35, du kannst nicht mal deinen linken Arm heben, das ist Selbstmord.“
      „Und wenn schon.“
      „Glaubst du, AnnaSophia ist glücklicher, wenn du tot bist, als wenn sie gefangen ist?“
      „Ich weiß es nicht.“
      „Du bist verrückt. Das schaffst du nie im Leben. Du bist wandelndes Kanonenfutter.“
      „Deswegen brauchen wir dich als Scharfschütze.“
      „Was ist mit Anastasia?“
      „Die macht ihre Sache gut, aber ich brauche jemanden, der Erfahrung hat. Jemanden, der schon so viele Einsätze hinter sich hat, wie ich. Anastasia ist gut, aber sie hat zu wenig Erfahrung mit Präzisionswaffen.“
      Die Bedienung brachte unsere Capuccinos und stellte sie auf den Tisch.
      „Ich verstehe deine Befürchtung. Du fürchtest, dass sie überhaupt nicht oder den Falschen trifft.“
      „So kann man es auch sagen. Bist du dabei?“
      „Wie kann ich zu so etwas nein sagen? Wie läut es eigentlich mit AnnaSophia?“
      „Bis vor kurzem super. Dann hat sie mich bedroht und kurz darauf hat mich der Visagentyp wegen ihr fast erschossen.“
      „E35. Das ist aber kein Rachefeldzug, oder?“
      „Nein.“
      „Gut.“
      Ich trank meinen Capuccino mit einem Zug und stellte die leere Tasse wieder hin.
      „Was hast du die Zeit über gemacht, in der du weg warst?“ fragte ich nach einer kurzen Pause.
      „Ich hab surfen gelernt, hab mich am Strand gebräunt und gefaulenzt.“
      „Gut. Ich muss wieder los. Ich halte dich auf dem Laufenden.“
      „Bis dann.“
      (Fortsetzung folgt 8) )

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      „Was gibt’s neues?“ fragte ich, als ich aus der Garage in den Computerraum kam.
      „Einiges.“ Antwortete Webmaster und zeigte auf den Bildschirm.
      „Was ist das?“
      „Das ist AnnaSophias Sender. Sie hat vermutlich die Pressekonferenz im Fernsehen gesehen. Der Sender ist seitdem aktiv.“
      „Sehr gut…nur so aus reiner Neugier. Wo ist das?“
      „In einem Wohnungsausstattungshaus.“
      „Wo?“
      „Möbelhaus.“
      „Möbelhaus?“
      „Möbelhaus.“
      „Schlechter Witz.“
      „Sehe ich aus, als wäre ich gerade auf der Witzschiene?“
      „Okok. Sie ist in einem Möbelhaus. Wo genau?“
      „Küchenabteilung.“
      „Wer hält eine Geisel in einem Möbelhaus fest?“
      „Keine Ahnung. Der Eigentümer vielleicht?“
      „Was ist das für ein Möbelhaus?“
      „Äh, so was wie der Ikea bei uns.“
      „AnnaSophia wird in einem Ikea in der Küchenabteilung festgehalten. Der Kerl hat eine Meise.“
      „So dumm ist das gar nicht. Der Laden hat seit einigen Wochen wegen Anbauarbeiten geschlossen. Schau mal her.“
      Webmaster öffnete einen Plan des ersten Stocks des Möbelhauses, auf dem größere Gänge und die verschiedenen Abteilungen eingezeichnet waren. Die Küchenabteilung lag genau in der Mitte des Planes.
      „Hier ist AnnaSophia. Außenrum ist ein Labyrinth aus Einbauküchen. Wenn der Typ namens Brown nicht total blöd ist, hat er die gesamte Gegend um die Abteilung mit Wachen abgesichert, Treppen und Aufzüge sowieso. Über die Treppe kommt man in den ersten Stock. Mehr Stockwerke gibt es nicht.“
      „Das hört sich verdammt nach Stellungskampf an.“
      „Du hast es erfasst. Das Problem ist, dass wir auf der Treppe keine Deckung haben und nur auf Schränke und Kommoden schießen können.“
      „Dann fällt die Treppe also Weg.“
      „Der Aufzug auch. Es gibt außerhalb des Gebäudes eine Feuertreppe nach oben, allerdings wird die Videoüberwacht.“
      „Angenommen, man nimmt die Treppe. Wo kommt man dann im Laden raus?“
      „In der Sofaabteilung. Hier haben wir dann das gleiche Problem wie auf der Treppe.“
      „Gibt es sonst noch Möglichkeiten, in das Gebäude zu kommen?“
      „Ja, über das Dach und durch die Fenster.“
      „Kein Angestellteneingang?“
      „Doch. Es gibt auch einen Liefereingang, aber da ist jeder Winkel mit Kameras überwacht. Außerdem landest du mit beiden Eingängen wieder bei der Treppe.“
      „Verdammt!“
      „Kann man so sagen.“
      „Tera, was hast du rausgefunden?“
      „Wie Webmaster schon gesagt hat, einiges. Das Teil wurde erst 2009 gebaut, die Technik vom Kamerasystem ist auf dem neuesten Stand der Dinge und es gibt keine Möglichkeit, sich von außen in das System einzuklinken. Wir haben Wände aus Stahlbeton und bruchsichere Fensterscheiben. An der Decke ist ein aufwändiges Sprinklersystem angebracht, das einen Brand löscht, bevor er überhaupt angefangen hat. Es gibt viele Abluftrohre, allerdings sind die zu eng, um da durch zu robben. Das Parkhaus, westlich vom Möbelhauskomplex ist komplett über Funk Videoüberwacht. Es ist ein öffentliches Parkhaus, das heißt, man kann auch parken, wenn der Laden geschlossen hat. Es gibt nur einen Zugang aus dem Parkhaus in das Möbelhaus und der wird nach Ladenschluss mit einer Panzerglastür und zwei Stahlgittern abgeschlossen.“
      (Fortzsetzung folgt 8) )

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      „Wie sieht die Umgebung aus?“
      „Wie Webmaster schon richtig gesagt hat, die Nordseite ist momentan eine komplette Baustelle, mit Kränen und allem Zubehör. Das ist die einzige Seite, von der man unbemerkt an das Gebäude rankommt.“
      „Wie sieht die Verkehrslage aus?“
      „Die Straße zum Parkhaus hängt an einer Bedarfsampel.“
      „Kanalisation?“
      „Direkt unter der Straße durch zum Gebäude. Willst du durch die Kanalisation in das Haus?“
      „Nein. Kann man an der Fassade hochklettern?“
      „Das kannst du löten. Die Außenwände bestehen aus durchgehenden Betongussplatten mit Raustahlverkleidung, da kannst du Haken genauso vergessen wie Saugknöpfe.“
      „Wie sieht die Umgebung aus?“
      „Gegenüber der Hauptstraße, hinter einem leeren Grundstück steht ein Hochhaus, freie Schussbahn auf den Eingangsbereich und die Treppen in den ersten Stock. Der erste Stock steht leer und ist genau auf der Höhe vom ersten Stock des Möbelhauses.“
      „Also freie Schussbahn. Gibt es aus dem Parkhaus einen Aufzug in das Möbelhaus?“
      „Ja, allerdings wird der nach Ladenschluss ausgeschaltet. Man kann ihn mit einem Generalschlüssel den Aufzug in jedem Stockwerk aktivieren.“
      „Ok. Haltet mich auf dem Laufenden, wenn’s Neuigkeiten gibt.“
      „Geht klar, Chef.“
      Ich verließ den Raum und ging zu BullTech und Dave, die in der Waffenkammer vor einer netten Waffenauswahl standen.
      „Und?“
      Dave und BullTech drehten sich um.
      „Naja. Wir haben da drinnen eine häuserkampfähnliche Situation, wie in Afghanistan in einem kleinen Bergdorf, da fallen große Kaliber weg. Wir brauchen kleine Waffen, viel Munition, hohe Durchschlagskraft, außerdem müssen wir beweglich sein und trotzdem den einen und anderen Treffer einstecken können.“ erklärte Dave.
      „Das hört sich nach einem Kleinkrieg an.“
      „Kommt hin. Wir sind zahlenmäßig wahrscheinlich extrem unterlegen, auch wenn wir die einheimischen ASRSG-Mitglieder einschalten, die können noch lange nicht mit dieser Ausrüstung umgehen.“
      „Was schlagt ihr so vor?“ fragte ich, BullTech nahm einen Zettel aus der Tasche und faltete ihn auf.
      „Kalaschnikow, Modell AK-47, Schutzwesten Stufe 4 inklusive Schulterprotektoren, pro Nase hundert bis zweihundert Schuss in Magazinen mit M43-Patronen, Helme, Schutzbrillen, Protektoren. Für Asrloverockeine M20A1 und für Anastasia ein SASR, für beide Ausreichend Munition.“
      „Gut. Was habt ihr für den Nahkampf geplant?“
      „Als Sekundärwaffe unsere gute alte Glock und für den Fall der Fälle bekommt jeder ein hübsches Käsemesser.“
      „Patrick nicht, der hat schon eins. Sonst ist die Auswahl gut.“
      Ich ging zu der Sprechanlage.
      „Mindful, kannst du mich hören?“
      „Wer bist du? Und woher kennst du meinen Namen?“ kam die Antwort aus dem Lautsprecher.
      „Keine Ahnung. Hast du die Helikopter angefunkt?“
      „Die sind schon auf dem Gelände.“
      „Gut. Sag den Piloten, sie sollen die gelbe ASRSG-Aufschrift so verdecken, dass man sie beim Fliegen aufdecken kann. Die Typen im Möbelhaus sollen unsere Ankunft erst bemerken, wenn es zu spät ist.“
      „Geht klar. Warte… Möbelhaus hast du gesagt? Meinst du so was wie Ikea?“
      „Ja.“
      „Der Typ spinnt doch!“
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Es war Nacht und am Himmel war weit und breit keine Wolke zu sehen, als der Junge, der sich im Cafe mit E35 unterhalten hatte, den Hof des siebenstöckigen Hauses betrat. Er zog eine Sturmmaske über den Kopf, zog sich den Rollkragenpullover über die Schutzweste und zog die schwarzen Strickhandschuhe an, dann warf er sich die schwarze Umhängetasche über den Rücken, ging zu der Feuerleiter und kletterte lautlos auf das Dach. Oben Angekommen, huschte er geduckt über das Dach zu dem Rand, der dem Möbelhaus gegenüber lag, nahm die Tasche ab und legte sich flach auf den Boden. Er öffnete den Reisverschluss, nahm die einzelnen Laufstücke heraus und baute sie mit schnellen und geübten Griffen zusammen. Er legte die Waffe auf die Seite und kramte seine Munition heraus. Die großen Projektile waren schwer und klirrten leise, obwohl sie in Wolle eingewickelt waren. Er legte die Projektile säuberlich in einer Reihe auf die Teerpappe und wickelte sie aus, dann nahm er einige Projektile und lud das Magazin seiner Waffe. Als er fertig war, montierte er das Zielfernrohr an den Lauf, befestigte das kleine Stativ, legte die Waffe wieder weg, drehte sich auf den Rücken und betrachtete die Sterne.
      Nach einiger Zeit knisterte etwas in seinem Headset, er drehte sich wieder auf den Rücken und beobachtete durch das Zielfernrohr die Treppen, die in den ersten Stock führten.
      „E36? Bist du da?“ meldete sich E35.
      „Rodger. Es ist ziemlich dunkel. Ich benutze das Nachtsichtgerät.“
      „Wie viele Wachen?“
      „Mit dem Infrarotsichtgerät habe ich im ganzen Oberen Stockwerk Posten entdeckt.“
      „Geht das ein bisschen genauer?“
      „Warte. Eins, zwei, drei, vier, viele.“
      „Noch ein bisschen genauer?“
      „Zwischen fünfzig und hundert Stück im ganzen Haus verteil. Over.“
      „Verstanden. Wie sieht die Bewachung außerhalb aus?“
      „Nichts. Nur Kameras.“
      „Gut, dann legen wir los.“
      „Rodger. Gewehr ist im Anschlag.“
      Mit einem Knistern unterbrach die Funkverbindung.
      „Tera, ihr könnt loslegen!“ meldete sich E35 über Funk.
      „Dann mögen die Köpfe rollen!“ murmelte Tera, stieg mit Roflduhastlol, Kingwitty, Mindful und Shengo in den kleinen Transporter, zog die Schiebetür zu und ließ den Wagen anfahren.
      Sie folgten der Straße bis zu der Bedarfsampel.
      „Fertig machen für Sprengkugel 1.“
      Mindful nickte, nahm einen der präparierten Tennisbälle aus der Schachtel, stopfte ihn in die kleine Öffnung im Wagenboden und schloss die Öffnung. Shengo richtete die Druckluftkanone mit einem Laserpunkt auf die rechte Seite des Eingangs in ein Beet, dann wurde der Tennisball von einem kräftigen Luftstoß über die Kreuzung geschossen.
      „Sprengkugel 2 laden. Hopp, Beeilung!“ drängte Tera und fuhr langsam an, als die Ampel grün wurde. Mindful lud nach und Shengo richtete die Kanone im vorbeifahren auf das linke Beet, dann feuerte er ein zweites Mal.
      „Sprengkugeln in Position gebracht. Fahren jetzt in das Parkhaus.“ Hielt Roflduhastlol E35 auf dem Laufenden, während Tera den Wagen zur Schranke lenkte, das Ticket aus dem Automaten nahm und dann in das Parkhaus fuhr.
      Tera parkte den Wagen hinter einer Säule, sodass man sie vom Aufzug und der Treppe aus nicht sehen konnte, dann setzte Kingwitty sich an die Abhöranlage und begann, alle Frequenzen von Funkgeräten durchzuprobieren, um den Kanal der Geiselnehmer zu finden. Während er die Frequenzen langsam durchlaufen ließ, quiekten, dröhnten und rauschten die Lautsprecher in allen nur erdenklichen Tonhöhen. Roflduhastlol saß ebenfalls an einem kleinen Computer und suchte die Frequenz, aber der die Bilder der Kameras übertragen wurden. Auf einmal wurde der Ohrenbetäubende Lärm von Sprache unterbrochen.
      „Bingo, der hört sich ziemlich nach Brown an.“ Jubelte Kingwitty
      „Gut. Tera, mach mal deinen Stimmbandmodulator bereit. Rofl, was machen deine Kameras?“
      „Der Funk ist verschlüsselt. Das dauert noch ein paar Minuten.“
      „Beeil dich.“
      „Moment noch.“
      Roflduhastlol hackte auf die Tastatur ein und bekam kurz darauf das Bild aller Kameras auf den Bildschirm.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      „So. Jetzt noch die Zeitschleife schneiden und den Sender auf die Frequenz einstellen.“
      Es dauerte kurz, dann drückte Roflduhastlol mit künstlerischer Geste die Enter-Taste, hielt den Daumen hoch und Mindful nickte.
      „Sehr geehrte Damen und Herren, es tut mir leid ihnen mitteilen zu müssen, dass wir ihnen hiermit DEN SAFT ABDREHEN.“ Plauderte er und schaltete mit einem Druck auf den Knopf einen Störsender ein, der jetzt auf sämtlichen Bildschirmen ein weißschwarzes Rauchen verursachte. Es dauerte nicht lange, als sich Brown per Funk mit einem Angestellten in Kontakt setzte.
      „Was ist da unten los?“ fragte eine verärgerte Stimme.
      „Keine Ahnung, Chef. Was ist denn?“
      „Die Kameraverbindung im Parkhaus ist gestört. Smith, nehmen sie sich zwei Männer und sehen sie nach, was die Übertragung stört. Und zwar flott!“
      „Geht klar Chef!“ antwortete der Mann namens Smith, gleichzeitig drückte Kingwitty auf die Aufnahme-Stopp-Taste.
      „Tera, das ist dein Part.“
      „Geh mal weg, da Witty!“ drängte Tera, setzte sich an den Computer und öffnete ein Synthesizer-Programm. Dann sprach er die letzten Worte, die Smith auf der Aufnahme gesagt hatte, in ein Mikro und begann, mit Schiebereglern seine Stimme an die Smiths Stimme anzupassen. Während Tera weiter an seiner Stimme bastelte, verließen die anderen den Wagen, liefen an außer Gefecht gesetzten Kameras vorbei und brachten sich links und rechts von Aufzug und Treppe in Stellung.
      Als Smith und seine zwei Begleiter aus dem Aufzug traten, lag vor ihnen ein leeres Parkhaus.
      Shengo sprang aus der Deckung hervor und brachte Smith mit einem Handkantenschlag in den Nacken ins Land der Träume. Die beiden Komplizen wollten sich wehren, aber BullTech und Roflduhastlol gaben ihnen keine Chance. Nur kurze Zeit später lagen alle drei K.O am Boden und wurden von Mindful kunstvoll mit einem Kletterseil verschnürt.
      „So. Wenn die Aufwachen, haben die erstmal was zu tun.“ Gluckste Mindful zufrieden und wischte seine Hände an der Hose ab.
      „Smith? Wie sieht es aus?“ fragte Brown über Funk. Shengo nahm eilig das Funkgerät, hielt es wie eine gebrauchte Baby-Windel angewidert von sich weg und zog eine Grimasse, als Brown einen Fluch los ließ, und rannte eilig zu Tera, der inzwischen seine Stimme angepasst hatte.
      Tera nahm ihm das Funkgerät eilig aus der Hand und steckte eine Klinke in den Headsetanschluss. Als er sich noch einmal vergewissert hatte, dass der Anschluss passte, nahm er das Mikrofon und meldete sich. Zwischen Mikrofon und Headsetanschluss hatte er den Computer geschaltet, der seine in Smiths Stimme verwandelte.
      „Smith! Was ist los da unten?“ fragte Brown merkbar ungeduldig.
      „Nur eine kleine Störung, Mr. Brown.“
      „Warum hat das so lange gedauert?“
      „Wir haben hier unten Funkprobleme mit unseren Funkgeräten. Geben Sie uns zehn Minuten, dann haben sie ihren Bildschirm wieder.“
      „Ich gebe euch fünf Minuten. Keine Sekunde länger.“
      BullTech formte seine Lippen zu einem Fluch und gab Tera einen kleinen Schups an die Schulter.
      „Mr. Brown, das ist zu kurz, wir müssen doch erst mal…“
      „Ihr müsst sehen, dass ihr in fünf Minuten damit zurecht kommt, sonst seid ihr für diesen Planeten nicht effizient genug! Ende!“
      „Fünf Minuten.“ Wiederholte Tera etwas gekränkt und nahm das Headset ab.
      „E35. Wir haben fünf Minuten.“ Gab Shengo die Nachricht weiter.
      „Verdammt. Das schmeißt unseren ganzen Zeitplan über den Haufen.“ Fluchte E35.
      „Was sollen wir machen?“
      „Wir machen weiter. Macht euch auf den Weg in den Kontrollraum für Aufzug und Strom. Wie geplant..“
      „Ok. Viel Glück.“
      „Danke, euch auch. Over.“
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Shengo öffnete die Kiste, die im Wagenboden verschraubt war und holte die Kletterausrüstung raus. Alle schlüpften in die Schutzwesten, legten Arm- und Knieprotektoren an und zogen den Klettergurt fest. Mindful holte Kalaschnikows raus und verteilte sie, dann bekam jeder zwei Ersatzmagazine. Schlussendlich setzten sie die Helme und Schutzbrillen auf und BullTech schnallte sich den Rucksack mit dem Laptop auf den Rücken, dann gingen sie zum Aufzug. Dort angekommen verstauten sie die drei geknebelten Gefangenen im Aufzug und stiegen durch die Deckenklappe auf die Aufzugkabine. Dort angekommen packte BullTech den Laptop aus, öffnete das Synthesizerprogramm mit den veränderten Stimmeigenschaften, schloss Headset und Funkgerät an und gab Tera das Mirkofon.
      „Mr. Brown, ich glaube, wir haben den Schaden gefunden.“
      BullTech schaltete die Kameraschlaufe des Computers an.
      „Sehr gut, Smith. Wir haben wieder alle Kameras da. Kommen Sie hoch.“
      „Ok, Chef.“
      Tera schaltete das Funkgerät ab und BullTech verstaute den Laptop wieder in dem Rucksack.
      Shengo ließ sich Kopfüber in den Fahrstuhl hängen, drückte auf den ersten Stock und aktivierte ihn mit dem Schlüssel, den er Smith vorher aus der Tasche genommen hatte, dann zog er sich wieder hoch und verschloss den Deckel. Der Aufzug setzte sich in Bewegung und fuhr hoch.
      „E35, wir sind auf dem Weg nach oben.“
      „Gut. Wir schicken die Helikopter und die örtlichen Fans los.“

      „Und du möchtest wirklich nicht von deinen Fans befreit werden?“ fragte Brown AnnaSophia, die mit zugeklebtem Mund und gefesselten Händen auf einem Suhl in der Küchenabteilung saß.
      „Mimba mümbde if mäben!“ versuchte AnnaSophia sich auszudrücken, was das Klebeband allerdings erfolgreich verhinderte.
      „Jaja, ich kann dich verstehen, aber du musst auch verstehen, dass mein Lebenswerk auf dem Spiel steht.“
      AnnaSophia zuckte mit den Schultern und drehte unbeeindruckt den Kopf weg.
      „Wie dem auch sei. Ich werde jetzt bei deinen Helden anrufen und meine Bedingungen stellen.“
      AnnaSophia zuckte abermals mit den Schultern und sah gelangweilt zu, wie Brown die Nummer der ASRSG eingab. Als abgehoben wurden, schaltete er auf Mithörmodus, sodass jeder im Raum mithören konnte.
      „Ja, hier die Einsatzleitung der ASRSG in Denver?“ meldete sich Webmaster gelangweilt.
      „Brown hier, ich habe hier ihr kleines Schmuckstück.“
      „Wir kaufen nichts.“
      „Idiot. Ich habe AnnaSophia entführt!“
      „Ach Sie sind das. Ich dachte schon, Sie melden sich gar nicht mehr. Ich geb Sie weiter.“
      Brwon blinzelte etwas verwirrt, denn Webmasters Gleichgültigkeit brachte ihn ein wenig aus dem Konzept.
      „Ja, E35 hier? Wie kann ich Ihnen helfen?“
      „Ähm, hier ist Brown. Es geht um AnnaSophia. Ich…“
      „Achso, AnnaSophia. Was haben Sie gemacht? Sie verprügelt?“
      „Hören Sie! Das ist nicht lustig!“
      „Ok ok, Spaß bei Seite. Darf ich AnnaSophia mal einen Augenblick sprechen?“
      „Na gut.“
      Brown riss AnnaSophia das Klebeband vom Mund und hielt ihr den Hörer ans Ohr.“
      „Hallo, Schatz!“
      „E35, nenn mich noch einmal Schatz und…“
      „Dann halt nicht. Mach dir keine Sorge, wir holen dich bald da raus.“
      „Wenn ich dich zwischen die Finger kriege, dann…“
      Brown nahm hastig den Hörer weg.
      „Verdammt, Brown. Was haben Sie angestellt?“
      „Nicht. Das sind die Hormone, das hört bald wieder auf.“
      AnnaSophia stieß einen Fluch aus, dass Brown eine Gänsehaut über den Rücken lief.
      „Ähm, weshalb habe ich jetzt Angerufen?“
      „Wegen AnnaSophia.“
      „Ach genau…“
      „Hör mal zu, Kollege. Die ASRSG denk nicht im Traum daran, irgendeiner Forderung nach zukommen.“
      „Was wollen Sie denn machen? Sie sind ein verletzter Krüppel, das wissen Sie und ich.“
      „Vorsicht, alter Mann. Wir wissen mehr über Ihre aktuelle Lage, als ihnen lieb ist. Wir wissen, dass sie sich mit etwa hundert Männern in einem Möbelhaus verschanzt haben. AnnaSophia sitzt in der Mitte der Küchenabteilung. Es gab gerade eine Störung in der Kameraübertragung, die allerdings behoben wurde. So viel zum Aktuellen Stand. Soll ich weiter erzählen?“
      „Ich bitte darum.“
      „Gut. In exakt zehn Minuten werden vor dem Eingang des Möbelhauses zwei grüne Sprengsätze explodieren, nur wenige Sekunden darauf zünden wir eine Reihe Sprengsätze in der Kanalisation unter dem Erdgeschoss, die dafür sorgen wird, dass ihre Leuten im Erdgeschoss den Boden unter den Füßen verlieren. Wir haben bei der Sprengsatzverteilung darauf geachtet, dass die tragenden Säulen nicht beschädigt werden, sie brauchen sich also keine Gedanken über einen Einsturz machen. Über das Dach werden bald etwa dreihundert bewaffnete Einheiten aus Helikoptern zu ihnen runter kommen, ohne dass sie deren Ankunft bemerkt haben. Ich werde in der nächsten Viertelstunde das Gebäude betreten, ohne dass sie es verhindern können. Während wir zwei hier reden dringt übrigens eine Gruppe von uns in das Haus ein, die sich sofort nach Ende des Gesprächs an der Stromversorgung dieses Gebäudes zu schaffen machen wird, und Sie können nichts dagegen tun. Außerdem steht in dem Parkhaus ein Auto, das bis zum Rand mit Sprengstoff voll ist.“
      „Warum sollte ich Ihnen das alles glauben?“
      „Werfen Sie einen Blick in den Aufzug, der gleich in ihrem Stockwerk hält. Das wird sie überzeugen.“
      Brown winkte einige Wachen zu sich, die den Aufzug umstellten. Die Liftkabine hielt mit einem leisen Quietschen, die Tür öffnete sich und offenbarte die drei Männer, die Brown in das Parkhaus geschickt hatte.“
      „Das kann nicht sein! Das ist nicht wahr!“ fluchte Brown und trat gegen die Aufzugtür.
      „Was wahr ist und was nicht, müssen Sie jetzt entscheiden, Mr Brown. Ich habe Ihnen verschiedene Optionen genannt, wie wir Sie gleich überraschen könnten, aber es liegt an Ihnen, die richtige herauszufinden. Und sollten Sie sich bei der Entscheidung auf den Rat des Visagentyps verlassen, können Sie ihm einen Gruß ausrichten.“
      Brown schluckte.
      „Das werde ich.“
      „Übrigens: Dieses Gespräch wurde über die Lautsprecheranlage im ganzen Haus mitgeteilt, ihre Leute wissen also bescheid. Bis dann.“
      „Das ist ein Bluff!“ rief der Visagentyp erregt.
      „Das hat er doch selbst gesagt, du Hohlkopf! Aber was ist Bluff und was hat er wirklich vor?“
      „Wir müssen auf jeden fall den Kontrollraum für Aufzug und Strom absichern. Das war bestimmt kein Bluff.“
      „Und was ist mit der Sprengung?“
      „Bluff.“
      „Kein Bluff.“
      „E35 würde niemals so etwas anrichten! Zu so einer guten Planung ist er nicht im Stande.“
      „Anscheinend doch! Immerhin sind seine Leute schon in diesem Haus!“ brüllte Brown.
      „Wir waren unvorbereitet.“
      „Und warum? Erzähl mir noch einmal, das macht er nicht, oder er ist dazu nicht im Stande, und ich erschieße dich eigenhändig! Dieser halbe Cyborg ist alles andere als inkompetent. Der einzige, der das hier ist, bist du! Entweder, ich sehe ihn noch in dieser Nacht in seinem eigenen Blut schwimmen, oder das hat Konsequenzen für dich!“
      AnnaSophia schluckte. Browns Kopf war puderrot geworden und der alte Mann kochte förmlich vor Wut. Sie dachte an E35, an den Jungen, der wegen ihr einen Roboterarm und mehrere schwere Verletzungen hatte. Auf einmal bereute sie das, was sie am Telefon gesagt hatte. Sie blickte den Visagentyp an, der jetzt seine Wunden leckte und nur darauf wartete, E35 zu töten. In einem Duell würde E35 wegen seiner Wunden keinen großen Gegner mehr darstellen, das war AnnaSophia klar.

      (Fortstezung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Insgesamt dreiundfünfzig Wachen hatte sie im Treppenbereich gezählt und das waren für ihr Magazin mit zehn Schuss, Fehlschüsse nicht inbegriffen, eindeutig 43 Ziele zu viel. Sie öffnete die Tragetasche, nahm die schwere Waffe heraus und montierte sie auf dem Dreifuß. Anschließend reihte sie schräg vor sich drei Magazine auf, fütterte die Waffe mit dem ersten Geschoss und legte die Sicherung rein. Schon seit einer ganzen Weile konnte sie beobachten, wie die Männer im ersten Stock immer unruhiger wurden.
      „Anastasia, bist du bereit?“
      „Alles klar. Es kann los gehen.“
      „Gut. H1, H2, H3. Ihr habt grünes Licht.“
      „Rodger.“ Antwortete einer der Piloten.
      „Dann zeigen wir diesem Knacker mal, wo der Hammer hängt.“ Rief der zweite Helikopterpilot und die drei Piloten hoben mit knatternden Rotoren ab.
      „Jara, Lordi, seid ihr bereit?“ fragte ich und sah auf die Uhr.
      „Klar. Bereit zum Abknallen.“
      „Gut. Anastasia und E36, bereit halten. Dann machen wir jetzt mal ein Feuerwerk.“

      Shengo zog sich den letzten Meter am Seil hoch und zog sich anschließend durch den Spalt, durch den die Stahlseile des Aufzugs liefen, nach oben in den Kontrollraum. Er musste kurz warten, bis sich auch die anderen, die sich beim Klettern eindeutig schwerer taten, alle nach einander hinterher gezwängt hatten, dann besah er sich die Schaltpulte.
      „Ui! Jede Menge Knöpfe!“ stieß Mindful begeistert aus und wollte sofort auf gut Glück losdrücken.
      „Mindful! Halte dich zurück!“ mahnte Kingwitty und drückte seine Hand weg.
      BullTech hatte inzwischen wieder den Laptop ausgepackt und angeschaltet.
      „So, da wären wir.“
      „Notebook, Notebook, in der Hand, welche Knöpfe sind die richtigen an der Wand?“ murmelte Tera und tippte etwas in den Rechner.
      „Also, WO müssen wir jetzt drücken, damit WAS passiert?“ fragte Roflduhastlol ungeduldig, der an der Tür Stellung genommen hatte.
      „Wir müssen den dicken roten Knopf drücken, damit der Aufzug komplett ausgeschaltet wird.“
      „Das mache ich!“ rief Mindful.
      „Und für den Strom müsste es hier irgendwo einen Sicherungskasten geben.“
      Tera blickte sich in dem Raum um und sah ein, dass diese Aussage blöd gewesen war, denn sämtliche Wände waren mit Kästen und Schaltern bedeckt.
      „Geht das vielleicht ein bisschen präziser?“ fragte Shengo und kratzte sich am Kopf.
      „Immer mit der Ruhe. Kasten, Kasten an der Wand, gib mir deine Position bekannt.“
      „Kannst du mal aufhören mit diesen pseudointellektuellen Spruchreimen?“ fragte BullTech und Tera zuckte die Achseln.
      „Da. Der rote Sicherungskasten neben dem Feuerlöscher.“
      Der Knall einer Explosion donnerte mit ohrenbetäubendem Lärm durch den Aufzugsschacht, sodass sie die Jungs in dem Kontrollraum die Ohren zuhalten mussten. Als der Lärm vorbei war, herrschte kurz Totenstille, dann brach im Möbelhaus Chaos aus. Tera nickte zufrieden, Mindful öffnete den Sicherungskasten und trennte mit einer Bewegung von oben nach unten sämtliche Sicherungen. Nur die drei Schalter, die für das Licht in der Küchenabteilung sorgten, ließ er unberührt.
      „Das wäre erledigt. E35, ihr habt jetzt freie Bahn!“
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Jarak und Lordi saßen in einem Auto, unweit des Möbelhauses. Beide trugen Bildschirmbrillen, Jarak hielt eine Fernsteuerung in der Hand und Lordi hielt einen Joystick.
      „Jarak, fahr Links! Da sind ganz viele!“ rief Lordi und bewegte den Joystick.
      „Wir sollen die Treppe decken, du Held!“
      „Man, wozu baut man so eine coole Kampfmaschine, wenn man sie nicht einsetzt?“
      „Wir setzen den Roboter so ein, wie wir ihn einsetzten sollen.“
      „Das ist so langweilig!“ schimpfte Lordi und ballerte auf einige Wachen, die sich verschreckt hinter Möbeln flüchteten.
      „Achtung! Da kommt einer von hinten!“ rief Jarak, Lordi riss den Geschützturm mit dem anmontierten Maschinengewehr herum und ballerte los.
      „Du Trottel! Wie wär’s mal mit Zielen?“
      „Versuchs du doch mal!“
      „Will ich nicht, aber wir haben nur tausend Schuss, dann ist das Rohr leer und damit Ende im Gelände!“
      „Weißt du, was geschickt gewesen wäre?“ fragte Lordi nach einer Pause und ließ den Geschützturm des Roboters drehen.
      „Wir hätten vor die Kameraobjektive Scheibenwischer bauen sollen.“
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      E36 beobachtete durch das Zielfernrohr die drei Helikopter, die sich wie gewaltige Monster aus dem nächtlichen Himmel schälten und vor dem Eingang des Möbelhauses zum Landeanflug ansetzten. Noch bevor die Helikopter richtig den Boden berührt hatten, sprangen die örtlichen ASRSG-Mitglieder mit ihren Waffen heraus und rannten zur Tür. Asrloverock sprang aus einem Helikopter heraus und legte ein langes Rohr mit Zielvorrichtung auf seine Schulter, dann erhellte die Rückstoßflamme einer Bazookagranate die Umgebung und kurz darauf zerriss eine Explosion die Eingangstür.
      „Dann spielen wir mal Kegeln!“ rief Anastasia, ein Schuss knallte, die Frontscheibe des Hauses zersplitterte und ein Wachmann sackte getroffen zusammen.
      „Guter Schuss, aber ich wette, ich treffe besser.“
      „So?“
      E36 visierte einen Wachmann an, der sich an die oberste Treppenstufe gekniet hatte und auf die anstürmenden Angreifer feuerte. Als einer seiner Komplizen hinter ihm durchlief, drückte E36 ab. Das Projektil sauste den Lauf entlang, erreichte genau beim verlassen des Laufs Überschallgeschwindigkeit und zerschnitt die Luft, dann durchdrang es den Oberkörper des knienden Mannes und bohrte sich in das Bein seines Komplizen.
      „Wow. Aber egal, jetzt müssen wir uns mal ranhalen.“
      „Sehe ich genauso.“
      Mit weiteren gezielten Schüssen gaben Anastasia und E36 ihren Kollegen Feuerschutz.
      Bald viel Anastasia ein junger Mann auf, den sie irgendwoher kannte.
      Als er sich vor mehreren Kugeln hinter einen Helikopter flüchtete, erkannte sie ihn wieder.
      Es handelte sich um Harold, den Taxifahrer, der sie vom Krankenhaus abgeholt hatte.
      „Na warte.“ Murmelte sie und verpasste dem Schützen, der auf Harold geballert hatte, eine Kugel in den Oberarm.
      „Gut gezielt.“ Bemerkte E36 anerkennend.
      „Nein. Das war daneben. Eigentlich wollte ich ihn töten.“
      (Fortsezung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      In dem Möbelhaus herrschte Dunkelheit. Nur das schwache Licht der Straßenlaternen, das durch die großen Fenster schien, erhellte die umherstehenden Schränke und Regale, sodass man schwache Konturen erkennen konnte. Dave, Mufuß, Patrick, Goofan, Engelchen und ich waren den Baukran hochgeklettert, den langen Ausleger entlang balanciert und anschließend durch ein Dachfenster eingestiegen. Wir hatten uns aufgeteilt und jetzt umgab mich Dunkelheit. Ich zweifele kurz, ob es angesichts meiner Wunden und der damit verbundenen Unbeweglichkeit nicht besser gewesen wäre, wenn ich mich im Hintergrund gehalten und den Einsatz koordiniert hätte, aber ich schlug mir diese Gedanken sofort wieder aus dem Kopf. Die Explosionen vor dem Möbelhaus hatten bei den Geiselnehmern offensichtlich Unruhe ausgelöst. Anscheinend glaubten die meisten wirklich, dass als nächstes das Erdgeschoss in die Luft ging und so flüchteten sie sich lautstark die Treppe hoch in das Obere Stockwerk. Ich musste grinsen. Die Verwirrung war perfekt. Männer schrien panisch, Gruppenführer brüllten Anweisungen, dass alle auf ihren Posten bleiben sollten und Flüche flogen durch die Luft. Ich huschte zu einem Schrank mit sehr futuristischem Design und duckte mich. Vereinzelt knallten Schüsse über das Möbellabyrinth, häufig gefolgt von schmerzerfüllten Schreien. Am Ende des Ganges raschelte etwas und ich konnte einen dunklen Umriss erkennen, der in eine Nische huschte. Ich hielt den Atem an und starrte in die Dunkelheit. Langsam kristallisierte sich die Figur eines Mannes heraus, der mit angelegter MP in meine Richtung blickte. Einige Kugeln bohrten sich um mich herum in die Schränke und ich spürte den harten Stoß eines Geschosses, dass von meiner Schutzweste gebremst wurde, dann erwiderte das Feuer. Mit einigen Glückstreffern hatte ich den Mann außer Gefecht gesetzt. Ich lief zu ihm hin, wobei ich darauf achtete nicht anderen ins Feuer zu rennen, und nahm ihm die Waffe ab, dann ließ ich den vor Schmerz stöhnenden Mann hinter mir und drang weiter vor. Verbluten würde er nicht, aber bis er gefunden wurde, lagen noch einige schwere Stunden vor ihm.
      Ich schlich hinter ein Regal mit solider Holzwand, die Kugeln allerdings wenig zu bieten hatte, und spähte um die Ecke. Einige Meter entfernt erkannte ich zwei Gestallten, die miteinander rangen. Einer der beiden Schatten gab dem Anderen einen schwungvollen Kinnhacken und ich hörte Goofan vor Schmerz aufschreien. Ich lief durch die Gasse zwischen den beiden Schrankreihen. Die Person betrachtete Goofan, der benommenen am Boden lag, und schüttelte den Kopf, dann richtete sie sich plötzlich auf. Ich verlangsamte meinen Schritt, einerseits wegen der Streifwunde an meinem Bein, andererseits wollte ich wissen, um wen es sich bei dem Unbekannten handelte.
      „Hallo, E35.“ Grüßte mich eine hohle Stimme mit spöttischem Unterton und ich blieb stehen.
      „Hallo, du Verräter.“ Antwortete ich angewidert, als ich die Stimme erkannte.
      „Wer redet denn hier von Verrätern?“
      „Ich. Du hast mich Verraten, AnnaSophia verraten, die ASRSG.“
      „Ich würde mich nicht als Verräter bezeichnen.“
      „Sondern?“
      „Eher als…Gewinner.“
      „Gewinnst du immer, indem du dich auf die andere Seite rettest, wenn es knapp wird?“
      „Gewöhnlich nicht, nein. Normaler weiße lenke ich das ganze Geschehen so, dass es für mich nicht notwendig wird, das Boot zu wechseln.“
      „Du kleines Eckel, du widerst mich an.“
      „Ich weiß, aber das beruht auf Gegenseitigkeit. Weißt du, im Gegensatz zu dir lasse ich mich nicht gerne so lange mit Blei vollpumpen, bis es zu den Ohren wieder rauskommt, aber du scheinst auf so etwas ja richtig scharf zu sein.“
      „Das liegt daran, dass ich mich nicht nur hinter der Linie in einen Gemütlichen Stuhl setze und arrogant daher rede, wenn jemand nicht meine Erwartungen erfüllt.“
      „Pass auf was du sagst, sonst pumpe ich dich auch mit Blei voll. Die letzten Male habe ich dich nur verletzt, das nächste Mal bringe ich dich um.“
      Ich lachte verächtlich. Immer diese Maulaufreißer mit ihren Prophezeiungen.
      „Versuchs mal mit Wettervorhersage, vielleicht hast du da mit deinem holen Gerede mehr Glück.“
      Der Visagentyp lachte gehässig.
      „Wie fühlt es sich an, anderen in den Rücken zu fallen?“
      „Jetzt laber keinen Stuss!“
      „Du bist uns in den Rücken gefallen, du miese Ratte! Was soll das denn sonst gewesen sein?“
      „Ah, Dolchstoßlegende die Zweite. Mach dir keine Hoffnung. Hitler ist mit diesem Gewäsch nicht weit gekommen, dann schaffst du es nicht mal bis zu AnnaSophias Türschwelle.“
      „Ach wirklich?“
      Ich ging langsam auf den Visagentyp zu, der sichtlich verunsichert zu seiner Waffe griff.
      „E35, bleib stehen. Wir können das vernünftig regeln.“
      „Nein. Du bist nicht in der Lage, fair zu spielen, dann gibt es für dich erst recht keine Regeln.“
      Ich ging weiter und starrte ihm in die Augen. Zwischen uns lagen nur noch wenige Meter.
      „Mach keinen Scheiß, Mann! Ich leg dich um!“
      „Mach doch. Ich bin so oft angeschossen worden, da macht die eine Kugel mehr oder weniger auch nichts.“
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Ein Schuss knallte und ein stechender Schmerz durchfuhr mich, als die Kugel über meiner verletzten Schulter in die Schutzweste donnerte. Ich wankte kurz, fand mein Gleichgewicht wieder, biss die Zähne zusammen und ging weiter. Zwei weitere Projektile trafen mich und raubten mir den Atem.
      „Weißt du. Es gibt viele Möglichkeiten, jemanden zu töten. Pulsader aufschlitzen, ersticken, Genick brechen, erschießen.“
      Eine weitere Kugel traf mich und ich spürte, dass sich unter der Aufprallstelle ein Bluterguss bildete, aber ich ging weiter.
      Ein Geschoss traf mich an der rechten Schulter. Ich bohrte das platt gedrückte Projektil aus dem Westenstoff und betrachtete es.
      „Aber das eigentlich praktische an so einer Schutzweste ist doch, dass einem die Kugeln nicht wirklich etwas anhaben können.“
      Ich schnippte die Platte Kugel weg und hob meine MP. Ein Schuss traf den Visagentyp in die linke Schulter, er jaulte und taumelte zurück.
      „Weißt du, wie es sich anfühlt, schutzlos zu sein? Kennst du das Gefühl, deinem Gegenüber ausgeliefert zu sein, ohne eine Hoffnung auf Schutz?“
      Ich verpasste ihm einen Streifschuss am Bein. Es gab sofort nach, der Visagentyp taumelte keuchend zurück, lehnte sich an die Schrankwand hinter ihm und sackte neben Goofan zusammen, wobei er eine dunkle Blutspur auf dem Holz hinterließ. Seine Browning rutschte ihm aus der Hand und bleib zwanzig Zentimeter von ihm entfernt liegen.
      „Nein. Das Gefühl, zu verlieren, alles zu verlieren, was du hast. Deinen Besitz, deine Freunde, deine Freundin, dein eigenes Leben, das Gefühl kennst du nicht. Du kennst nur gewinnen, egal ob fair, oder gegen die Regeln. Du weißt jetzt, wie ich mich jedes Mal fühle, wenn irgendjemand mich beinahe tötet. Und ich weiß jetzt, wie du dich fühlst, wenn du andere nieder machst, wenn du gegen alle Regeln und alle Fairness spielst. Wie erbärmlich muss man sein, um sich an so einem Gefühl aufzugeilen?“
      „Halts Maul.“ Knurrte der Visagentyp und griff nach seiner Waffe, aber ich verhinderte es, indem ich ihm eine Kugel in den Arm jagte.
      „Das lass mal schön bleiben. Bevor ich es vergesse.“
      Ich ließ die drei Klingen aus meiner Hand hervorsausen und hielt sie dem Visagentyp vor die Nase. Trotz der Dunkelheit konnte ich sehen, wie er bleich wurde und musste mir ein Lachen verkneifen.
      „Das machst du nicht.“ Hauchte er und drückte sich vor Angst an die Schrankwand.
      „Nein.“
      Ich fuhr die beiden äußeren Klingen ein, sodass nur noch die mittlere Klinge, stellvertretend für meinen Mittelfinger, zu sehen war.
      „Du bist die Mühe nicht wert.“
      Ich ging zu Goofan, gab ihm die Hand und half ihm hoch.
      „Alles senkrecht bei dir?“ fragte ich prüfend.
      „Ja. Glaube schon. Nur ein bisschen durchgeschüttelt.“ Antwortete, kreiste einige Male die Kinnlade und blinzelte etwas mitgenommen.
      „Gut. Dann weiter.“
      Ich klopfte ihm auf die Schulter und wir liefen geduckt in die Richtung der Küchenabteilung.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Über dem Geknatter von Maschinenpistolen und den Lärm von zersplitternden Einrichtungsgegenständen hallte ein schmerzerfüllter Schrei durch die Küchenabteilung und AnnaSophia zuckte gequält zusammen. Einen Moment war sie sich sicher, E35s Stimme erkannt zu haben, aber dann verwarf sie den Gedanken wieder. E35 würde sie befreien. Wie er es bis jetzt jedes Mal getan hatte.
      „AnnaSophia, du siehst besorgt aus.“ Stellte Brown mit einem zufriedenen Lächeln fest, AnnaSophia setzte eine verachtende Miene auf und warf ihm einen vernichtenden Blick zu.
      „Ich hoffe, dieser klägliche Versuch und das Scheitern deiner Fans, dich zu befreien, bringt dich und deinen E35 zu der Einsicht, dass es besser ist, mit mir zusammen zuarbeiten.“
      „Sie haben nicht den Dunst einer Ahnung.“ Lachte AnnaSophia trocken.
      „Den habe ich. Wir haben alles unter Kontrolle. E35 dürfte inzwischen tot sein.“
      Ein überlegenes Lächeln flog über das faltige Gesicht des alten Mannes. Mit einem Mal wirkte er nicht mehr so krank wie das erste Mal, bei dem sie sich getroffen hatten. Er schwang seinen Gehstock munter im Kreis, während er zur Spüle der Einbauküche schlenderte und setzte sich anschließend auf den Rand.
      „Weißt du, meine Kleine. Ich bedauere es, dass ich E35 umbringen lassen musste, aber er wäre mir nur im Weg gewesen.“
      AnnaSophia schnaubte wütend und wollte ihm eine spitze Antwort geben, als einer von Browns Männern um die Ecke gerannt kam.
      „Chef. Wir haben ein Problem. Die Helikopter… Bazooka…tot…der Visagentyp…“ schnaufte der Mann. AnnaSophia bemerkte sofort die Schussverletzungen, die er hatte.
      „Was ist? Sprich langsamer und vergiss nicht zu Atmen.“ Forderte Brown.
      „E35…“ begann der Mann, gleichzeitig knallte ein Schuss, AnnaSophia zuckte zusammen und Brown winkte verschreckt seine Wachen zu sich. Blut spritzte durch die Luft und klatschte auf den weißen Küchenschrank neben dem Mann, der jetzt überrascht seinen Bauch betastete und dann umkippte.
      „Wer war das?“ fragte Brown mit zittriger Stimme.
      „Drei mal darfst du raten, alter Mann.“ Antwortete jemand und ein Schatten wurde in dem Spalt zwischen den beiden Küchenmodellen erkennbar. Browns Männer entsicherten sofort ihre Waffen, aber Brown hielt sie zurück.
      „Wer bist du?“ fragte der alte Mann und stützte sich auf den Gehstock.
      Der Schatten trat aus der Dunkelheit und Brown stolperte zurück.
      „Hallo Mr. Brown. Ich weiß, dass ich ihr Konzept durch mein Überleben ziemlich durcheinander bringe, aber ich wollte unbedingt wissen, wegen wem wir die ganzen Scherereien haben und da habe ich es mit spontan anders überlegt.“
      „Du bist wirklich so feige, wie der Visagentyp gesagt hat. Erschießt du immer halbtote Männer von hinten?“
      „Ich habe ihm gesagt, was er sagen soll und er hat nicht darauf gehört. Für die Konsequenzen ist er selbst verantwortlich.“ Antwortete ich mit einer wegwerfenden Handbewegung.
      „Männer, tötet ihn. Und zwar auf der Stelle.“
      Browns Männer hoben wieder ihre Waffen und zielten auf mich, aber ich hob beschwichtigend die Hände.
      „Hey. Jungs. Was wird das hier? Fünf ballern auf einen? So feige Weiber ihr doch nicht. Oder doch?“ fragte ich und ließ meine Waffen fallen.
      „Halts Maul, Kleiner!“ knurrte einer der Wandschränke, machte einen Schritt vor und drückte mir den Lauf an den Kopf. Ich schürzte die Lippen.
      „Also doch feige Weiber.“
      Ich zuckte unbeeindruckt mit den Schultern und drehte mich zu AnnaSophia, die mit verängstigten Augen das Geschehen beobachtet hatte.
      „Findest du auch, dass das Weicheier sind?“
      „E35, das ist nicht mehr witzig.“
      „Ich finde das hier überhaupt nicht witzig. Das letzte Mal, als wir uns gesehen haben, habe ich wegen dir eine Kugel ins Bein bekommen.“
      „Tut mir leid. Ich…“
      „Weißt du, wie sich das anfühlt? Hast du eine Idee, wie sich das anfühlt?“
      „Es tut weh?“
      „Nein. Es fühlt sich scheiße an, wenn man immer zusehen muss, wie du entführt wirst.“
      Ich wandte mich zu Brown um.
      „Wegen ihnen und ihren blöden Typen bin ich vom dem sechsten Stockwerk gefallen!“
      „Fünf!“ verbesserte mich Brown.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      „Mir egal. Jedenfalls bin ich an allen Ecken und Enden blau und habe Prellungen ohne Ende, der Visagentyp erschießt mich beinahe, Kowalski, dieses widerliche Lama, spuckt nach mir und jetzt werde ich von einem behaarten Weibsbild mit Bartwuchs mit einer Spielzeugpistole bedroht!“ schrie ich und der Mann mit dem Revolver entsicherte seine Waffe.
      „Ja, knall mich ab, Dicker! Knall mich ab, wie irgendeine kleine Ratte! Worauf wartest du? Ich hab das ganze Theater satt!“
      „Halts Maul!“ brüllte der Mann und war kurz abgelenkt. Ich packte seine Hand und riss den Kopf runter, der Typ drückte ab und verfehlte einen seiner Komplizen nur um Haares breite. Ich drehte ihm die Waffe aus der Hand und schleuderte sie in die Andere Ecke der Küchenabteilung, dann rammte ich ihm den Ellebogen in den Magen, drehte mich, sodass wir Rücken an Rücken standen, und trat ihm von hinten mit der Ferse in die Kniekehle. Der Mann fluchte und kippte um, ich machte einen Schritt zur Seite und packte das Bein, dass angeflogen kam, dann ging ich nach vorne, drängte den Eigentümer des Beines zurück an die Wand der Küche. Als er gegen die Schränke stieß, packte ich seine Faust, fädelte sie unter dem Bein durch und hielt sie fest. Ich packte eine Schranktür und riss sie auf, das Holz knallte gegen die Schläfe des verknoteten Mannes und betäubte ihn. Ich ließ ihn fallen, wirbelte herum und konnte mich nur knapp vor einigen schnellen Schlägen in Sicherheit bringen. Ich rannte zum Küchentisch und rollte mich über die Platte. Als ich auf der anderen Seite wieder auf die Füße kam, waren zwei der verbliebenen Schläger bereits um den Tisch herum gelaufen und der letzte war auf der anderen Seite des Tisches stehen geblieben.
      „Gib auch, Hähnchen. Sonst rupfen wir dir die Federn.“ Warnte mich einer der beiden Kerle und ließ die Knöchel knacken. Ich wich zurück, bis ich mit dem Rücken an den Schränken stand, dann hob ich langsam die Arme.
      „Du ergibst dich. Sehr vernünftig.“ Knurrte der andere Typ zufrieden und ging auf mich zu, ich fuhr mit der Hand unter die Tür des Schrankes und stieß sie auf. Ein dumpfes „klonk“, dem ein schmerzerfülltes Stöhnen folge, verriet mir, dass die Schranktür ihr Ziel getroffen hatte. Ich fuhr herum, wo der andere Kerl schon auf mich zu rannte, ich riss die Ofenklappe runter, der Kerl stolperte und flog auf mich zu. Ich machte einen Satz zur Seite und der massige Körper donnerte auf den Boden. Jemand packte mich am Kragen und riss mich nach hinten über den Tisch. Ich war in die Reichweite des dritten Schlägers gekommen, der seine Chance nicht verpasst hatte. Ich versuchte, mich zu befreien, aber eine kräftige Hand schloss sich um meinen Hals und in meinem Blickfeld erschien ein gehässig grinsendes Gesicht.
      Ich versuchte, mich aufzurichten und tastete mit dem Fuß nach einem Vorsprung, um mich daran zu stützen. Ich fand den Griff einer Schublade, aber als ich mich aufrichten wollte, rutschte die Schublade raus und das gewicht zog mein Bein nach unten.
      Ich versuchte wieder, zu atmen, aber der Kerl drückte zu, dann riss ich mein Bein hoch, an dem noch immer die Schublade hing. Holz barst und mein Bein wurde plötzlich leichter, als die Schublade den Kopf meines Gegners traf. Sofort lockerte sich der Griff um meinen Hals, ich atmete panisch ein und hustete. Die Verletzung in meiner Schulter pulsierte und ich drehte mich schwerfällig auf die Seite, um besser atmen zu können. Aus dem Augenwinkel sah ich, dass der Typ, dem ich die Schranktür in das Gesicht geknallt hatte, wieder sortiert hatte und auf mich zu kam. Ich stand schwerfällig auf und wischte mir eine schweißnasse Strähne aus dem Gesicht. Der Typ kam mit großen Schritten näher, ich atmete tief durch und taumelte zurück, eine Faust kam angeflogen und traf meine verletzte Schulter. Ein stechend kalter Schmerz durchfuhr mich und raubte mir den Atem. Ich stolperte zurück und stieß gegen den Kühlschrank.

      Keep your mind wide open
      „Wird da jemand müde?“ fragte der Typ mit gefletschten Zähnen und ging in die nächste Attacke über. Ich blockte mit Mühe die folgenden Schläge und wich zur Seite aus, mein Arm wurde schwächer und ich spürte, wie frisches Blut aus der Wunde lief. Ein wuchtiger Stoß traf mich an der Brust und riss mich von den Füßen. Ich fiel auf den Boden und rang nach Luft. Die breite Sohle eines Wanderschuhs flog auf mich zu, ich rollte mich erschöpft zur Seite und rammte dem Mann die drei Klingen in das Bein. Das Bein gab nach und der Schläger sackte neben mir mit einem Wutschrei zusammen. Ich kämpfte mich auf die Beine und lief zu AnnaSophia.
      „E35, bist du in Ordnung?“ fragte sie besorgt, als ich ihr die fesseln durchschnitt.
      „Nein. Mit mir ist gar nichts in Ordnung.“ Japste ich und stützte mich erschöpft auf den Stuhl.
      „Kannst du laufen?“
      Ich schluckte trocken und schüttelte leicht den Kopf.
      „AnnaSophia, du musst hier weg. Goofan ist hier in der Gegend unterwegs, er kann dir Deckung geben.“
      „Sag mal, spinnst du? Hör endlich auf, den Helden zu spielen und komm mit!“
      „Wo ist Brown?“
      „Keine Ahnung, der Wahr gerade noch…“
      Hinter der Küchenwand uns gegen über tauchten zwei Wachen mit MPs auf.
      Ich packte AnnaSophia und riss sie runter. Nur Millisekunden später knatterten die Maschinenpistolen los und die Geschosse bohrten sich in die geflieste Wand, die zu einem Küchenmodell gehörte.

      Keep your mind wide open
      Anastasia zielt und drückte ab, beinahe zeitgleich kippte der Typ, den sie anvisiert hatte, um.
      „34!“ jubelte sie und lud nach.
      „Lüg nicht. Das war Nummer 33!“ widersprach E36 und traf versehentlich einen Wachmann mit einem Querschläger.
      „Bääähm! Ich hab gerade um die Ecke geschossen, das kannst du nicht.“
      „Das war Glück du Angeber! Pass mal auf.“
      Anastasia legte an. Sie wollte gerade abdrücken, als sie jemand an den Haaren packte und hochriss.
      „Du kleine Schlampe! Versteckst dich und knallst meine Kollegen ab, oder wie läuft das hier?“
      „Lassen Sie ich los!“ rief Anastasia und schlug nach dem Gesicht des Wandschrankes, aber ihr Schlag wurde von einer Großen Hand gestoppt, die sich um ihre Faust schloss und zudrückte.
      Anastasia schrie vor Schmerz und versuchte, ihre Hand aus dem Quetschgriff zu befreien.
      „Anastasia, ist bei dir alles klar?“ fragte E36 über Funk.
      „Nein, ich…“
      Eine Backpfeife unterbrach sie und beförderte quer durch den Raum.
      „Halt’s Maul, du blöde Ziege.!“ Knurrte der Mann, ließ die Knöchel knacken und ging auf sie los. Anastasia war zwar geübt im Nahkampf, aber gegen die wuchtigen Schläge ihres Angreifers hatte sie keine Chance und sie musste immer weiter zurückweichen. Ein schwungvoller Tritt riss Anastasia schließlich von den Beinen und schleuderte sie gegen die Wand.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      AnnaSophia stützte E35, lief mit ihm in die Wohnzimmerabteilung und hechtete hinter ein dickes Plüschsofa, das sofort von Kugeln gelöchert wurde. Hinter Ihr zerplatzte eine Vase und scharfe Splitter spickten die Luft. AnnaSophia zog scharf die Luft ein, als eine Scherbe über ihrer Augenbraue in die Haut drang und sofort einen brennenden Schmerz verursachte.
      „E35! Verdammt noch mal, das ist jetzt nicht der richtige Zeitpunkt, um bewusstlos zu sein!.“ fluchte AnnaSophia und blickte in das schattige Gesicht, aber E35 reagierte nicht. Ein dünnes Blutrinnsal lief über seine Schläfe und verschwand in den Haaren.
      „Goofan, wo bist du?“ rief AnnaSophia in das Mirko ihrer Armbanduhr.
      „AnnaSophia? Bist du frei?“ kam Goofans verdutzte Antwort.
      „Ja. Ich brauch deine Hilfe. Wir stehen unter Dauerbeschuss!“
      „Was ist mit E35?“
      „Ich glaube, er ist bewusstlos.“
      Goofan fluchte und gleichzeitig knallte etwas im Lautsprecher.
      „Ah, Scheiße! AnnaSophia, ich habe hier gerade alle Hände voll zu tun. Irgendwie haben Anastasia und E36 mit der Scharfschießerei aufgehört. Unsere Unerstützung auf der Treppe hat keine Deckung mehr.“
      Der Lärm einer Explosion donnerte durch das Gebäude und im Lautsprecher waren Schreie zu hören.
      „Goofan?“
      Keine Antwort.
      „Verflucht!“
      Auf einmal verstummt das Geknatter der beiden MPs und es waren nur noch entfernte Schüsse zuhören. Hinter AnnaSophia raschelte etwas, AnnaSophia packte E35s Messer, sprang auf, fuhr herum und stand einem Wachmann gegenüber.
      „Keine Dummheiten Kleine, sonst lege ich dich um.“
      „Vergiss es!“
      Bevor der Wachmann etwas sagen konnte, sprang AnnaSophia in einer Kurzschlussreaktion vor und rammte die Klinge in den Bauch, gleichzeitig eröffneten die beiden Typen aus der Küchenabteilung wieder das Feuer und AnnaSophia brachte sich nur knapp hinter dem Sofa in Sicherheit. Der Wachmann, dem sie das Messer in den Bauch gestoßen hatte, wurde von mehreren Kugeln durchbohrt und sackte zusammen. Bevor AnnaSophia wusste, was sie tat, griff sie nach der MP des Mannes und schoss auf die beiden Schützen, die sich sofort hinter die Küchenwand in Sicherheit brachten. Nach nur wenigen Schüssen klickte die Waffe im Leerlauf, AnnaSophia fluchte und duckte sich wieder hinter das Sofa. Nur Millisekunden Später bohrten sich wieder in die Polster.
      „Ich brauche Hilfe! Kann mich jemand hören?“
      „Was ist?“ meldete sich Shengo. Im Hintergrund waren Schüsse zu hören
      „E35 ist verletzt. Wir sitzen fest!“
      „Ok, wir kommen gleich, aber davor müssen wir diese Schießhunde abknallen!“
      Jemand schrie schmerzerfüllt direkt neben Shengos Mikro auf und Shengo fluchte.
      „Mindful! Nein!“
      „Helft mir!“ schrie Mindful und jemand stöhnte.
      „Mindful, komm hinter die Wan…“
      „Ahhh!“
      „AnnaSophia, wir können euch nicht helfen. Tera und Mindful sind verletzt und liegen mitten in der Schusslinie. Wir kommen hier nicht weg. Tut mir leid“
      „E35, sag was!“ murmelte AnnaSophia verzweifelt und eine Träne lief ihr über die Wange.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      „E36, Anastasia, was treibt ihr zwei?“ fluchte Mufuß und sprang eilig hinter einen Schrank, als einer der Männer in seine Richtung schoss.
      „Mufuß?“
      „E36! Was ist bei euch los? Warum scheißt ihr nicht mehr?“
      „Anastasia wurde angegriffen. Sie ist bewusstlos.“
      „Wir brauchen deine Hilfe, wir haben uns auf der Treppe in einen Stellungskampf verfranzt! Lange halten wir das nicht mehr durch!“ rief Mufuß über den Kampflärm und duckte sich mit einem erschreckten Schrei, als ein Geschoss die Schrankwand durchschlug.
      „Habt ihr verletzte?“
      „Ja. Zehn bis zwanzig Stück!“
      „Was ist mit Lordi und Jarak?“
      „Was wohl? Diese unsportlichen Pfeifen haben den Roboter mit einer Handgranate in tausend Metallstückchen zerlegt und die restlichen scharfen Patronen aus dem MG sind in alle Richtungen losgegangen! Und jetzt bring deinen toten Arsch in Bewegung und häng dich hinter dein Zielfernrohr, bevor ich desertiere!“
      „Bin unterwegs!“
      „AU!“ brüllte Patrick und hielt sich die Seite.
      „Was ist?“
      „Das Teil ist durch, ich bin getroffen! Die Schießen mit großem Kaliber!“
      „Leute! Zwei bringen Patrick weg, der Rest hält Stellung!“
      „Goofan, kannst du mich hören? Goofan! Scheiße! Engelchen, was ist mit Goofan los?“
      „Keine Ahnung. Wisst ihr, was mit Dave ist?“
      „Hier ist er nicht.“
      „Leute! Wo bleibt ihr?“ rief Shengo durch den Funkverkehr.
      „Shengo, was ist los?“
      „Alles! Tera und Mindful hat es erwischt und BullTech ist im Gesicht verletzt! Wir halten nicht mehr lange durch!“
      „Verstanden! Webmaster, bist du da?“
      „Ganz Ohr!“
      „Funk die Polizei an! Wenn wir das hier überleben wollen, brauchen wir sofort Hilfe! Die sollen ein Sonderkommando losschicken und sich auf große Munition einstellen!“
      „Alles klar!“
      „Asrloverock, wo bist du?“
      „Ich klemme mit Harold fest! Wir kommen hier nicht raus! Überall diese Arschlöcher mit der Nilpferdmunition!“
      „Wo ist E35?“
      „AnnaSophia hat gesagt, ihn hat es erwischt!“
      „Fuck! E36 wo bleibst du?“
      „Bin da! Alle unten bleiben!“
      Ein Wachmann schrie schrill auf und kippte um.
      „Bingo!“
      „Du musst noch ein paar abknallen!“
      „Immer…“-einer der Männer taumelte getroffen zurück und brach durch die Rückwand eines Regals- „…mit…“- ein weiterer Verteidiger ging getroffen zu Boden und krümmte sich- „…der…“- ein Projektil verfehlte sein Ziel und schlug ein Fausgroßes Loch in eine Schranktür-„ Wirst du wohl da bleiben!“- diesmal traf E36 und der Mann brach mit getroffener Schulter zusammen.
      „Vor! Alle vor!“ brüllte Mufuß, sprang aus der Deckung hervor und ballerte drauf los, dann stürmten die ASRSG-Mitglieder die Treppe hoch und drangen in das Stockwerk vor.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Als ich die Augen öffnete blickte ich in AnnaSophias Augen und sah ihre nassen Wangen.
      „Alles in Ordnung?“ fragte AnnaSophia mit brüchiger Stimme.
      „Glaube schon. Danke der Nachfrage.“
      Ich drückte ihr einen Kuss auf die Lippen und setzte mich langsam auf.
      „Wie viele sind das?“ fragte ich und nickte in die Richtung, aus der die Schüsse kamen.
      „Zwei.“
      „Haben wir eine Kanone?“
      „Ja, aber die ist leer.“
      „Zeig her.“
      AnnaSophia gab mir die MP, die sie dem Wachmann abgenommen hatte. Ich prüfte das Magazin, musste kurz grinsen und zog den Federmechanismus wieder auf.
      „Die ist nicht leer, da war nur keine Spannung mehr drauf. Eine MP7, so ein Teil müssen wir mal ins Sortiment aufnehmen.“
      Ich blickte über das Sofa und schoss auf einen der beiden Kerle, die uns unter Dauerbeschuss nahmen. Der Linke sackte nach einem Schuss ins Bein zusammen und war damit außer Gefecht gesetzt, dann musste ich mich vor den anfliegenden Kugeln in Sicherheit bringen.
      „Wir machst du das?“
      „Keine Ahnung.“
      Als ich wieder zu unserem Gegner sah, rollte etwas Kleines und Rundes scheppernd von ihm aus über den Boden und verschwand unter dem Sofa.
      „Was…“ begann ich, dann sah ich das grinsen in seinem Gesicht.
      „Granate!“
      Ich rappelte mich auf, nahm AnnaSophia an der Hand und humpelte zum nächsten Sofa, unsere Gegner nutzte die Gelegenheit und ballerte los. Wir erreichten das Sofa, etwas traf mich an der Seite, ein brennender Schmerz durchfuhr mich und ich kippte über die Lehne, gleichzeitig explodierte die Granate, zerfetzte das Sofa, unter das sie gerollt war, und löste die Sprinkleranlage aus.
      „Scheiße!“ fluchte ich und hielt mir die Seite. Etwas Warmes sickerte aus dem loch in der Weste und tropfte auf den Boden.
      „E35! Was ist los?“
      „Scheiß Elefantenmunition!“ stöhnte ich und rollte mich vorsichtig auf die Seite. Dicke Wassertropfen spritzten mir ins Gesicht und meine Kleidung sog sich voll. AnnaSophia beugte sich über mich und sah mich an.
      „Asrloverock, kannst du mich hören?“
      „Laut und… autsch!...deutlich.“
      „Wir brauchen Hilfe.“
      „Warte, wir sind… geh in die Hölle!“ brüllte er und jemand schrie laut auf.
      „Wo war ich? Genau, wir sind auf dem Weg. Es dauert nicht mehr lange, dann haben wir die front durchschlagen. Ihr müsst noch kurz durchhalten!“
      „E35 ist verletzt und blutet!“
      „Wo…stirb du Ratte!...wo ist er verletzt?“
      „An der Seite. Die Wunde blutet wie ein Wasserfall.“
      „Zieh ihm die Schutzweste aus und drück auf die Wunde! Und hör auf keinen Fall auf E35!“
      „Was? Asrloverock?“
      Asrloverock antwortete nicht.
      AnnaSophia presste die Lippen zusammen und öffnete den Klettverschluss der Schutzweste.
      Das Wasser der Sprinkleranlage hatte sie inzwischen komplett durchnässt und sie wischte sie eine nasse Strähne aus dem Gesicht. Ich fror und atmete Scharf ein, als sie mit der Handfläche auf die Wunde drückte.
      „Warum hat Asrloverock gesagt, dass ich nicht auf dich hören soll?“
      „Ich zog leicht die Schultern hoch und sah AnnaSophia an.
      Meine Arme und Beine wurden langsam taub und der Schmerz ließ langsam nach. Ein schwarzer Rand bildete sich am Rand meines Sichtfelds und breitete sich aus, bis ich nur noch Konturen sah.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open