FANSTORY 6.0 - Kampf in der Vergangenheit

      Georgs Männer, die außen geblieben waren, zogen ihre Waffen.
      „Ladys and Gentlemen, wir erreichten in Kürze Zielort Museumseingang. Ich möchte Sie bitten sich gut fest zu halten und sich vor den Kugeln, die diese blöden Typen gleich auf uns feuern werden, in Sicherheit zu bringen.“
      Wir duckten uns hinter die Sitze. Kugeln durchschlugen die Frontscheibe, Glas klirrte, als ich wieder hochsah, hechteten die Schützen zur Seite und wir rasten durch die Glastür in die Eingangshalle.
      Tera zog die Bremse, packte das Lenkrad und brachte den Wagen nach einigen Pirouetten über den gefliesten Boden zum stehen.
      „Ladys and Gentlemen, wir haben unser Ziel erreicht. Wir bedanken uns, dass Sie mit unserer Linie geflogen sind und wünschen ihnen noch einen schönen und erholsamen Aufenthalt in unserem Urlaubsparadies für nur 25 €.“
      Wir zogen unsere Waffen, sprangen aus dem Wagen und verteilten uns in dem großen Museum. Ich sah auf meine Uhr. Wir hatten noch zwei Stunden.
      „Leute, ich gehe in die Römerabteilung.“ Meldete Dave.
      „Ok, Shengo und Mufuß gehen zu den Kelten, Lordi und Goofan, ihr besucht die Hunnen.“
      „Geht klar, Chef.“
      „Anastasia, wo bist du?“
      „Bei den Ägyptern. Die Abteilung ist verdammt groß. Ich könnte noch Hilfe gebrauchen.“
      „Bin unterwegs.“ Meldete sich E36.
      „Tera, du kommst mit mir.“
      „Wohin gehen wir?“
      „Zu den fränkischen Rittern.“
      „Cool.“
      (Fortsetzung folgt 8) )

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      Wir befanden uns zwischen alten Ritterrüstungen, Schaubildern und Vitrinen, hinter deren dicken Glasscheiben alte Dokumente, Alltagsgegenstände und glänzende Waffen lagen,
      Das alles bildete ein unüberblickbares Labyrinth.
      Irgendwo klapperte etwas. Ich winkte Tera zu mir und blickte vorsichtig um die Ecke.
      Als ich niemanden sehen konnte, huschte ich zur nächsten Rüstung, die an der Wand stand.
      Ein Schuss knallte.
      „Autsch! Scheiße! Georg und ich haben uns gerade getroffen.“ Fluchte Dave.
      „Und?“
      „Er hat mich getroffen.“
      „Brauchst du Hilfe?“
      „Ich komm schon klar. Ist nur das Bein.“
      „Goofan, geh zu Dave und bring ihn zum Wagen.“
      „Aye.“
      „Dave, wo ist Georg hin?“
      „Die Treppe runter. Er müsste jetzt bei Mufuß und Shengo herumgeistern.“
      Schüsse knallten durch das Treppenhaus, Glas klirrte und mehrere schwere Gegenstände knallten auf den Boden.
      „Hilfe! Der Typ wirft mit Tontöpfen!“ fluchte Mufuß.
      Wieder knallten Schüsse, gefolgt von Klirren und Krachen.
      Ich winkte Tera zu und wir rannten die Treppe hoch.
      Ich lugte um die Ecke, riss meinen Kopf aber sofort wieder zurück, als eine Vase neben mir an die Säule knallte und lautstark zerschellte.
      „Der wirft mit Geschirr.“ Stellte Tera erschreckt fest.
      „Hab ich doch gesagt, oder?“ fragte Mufuß.
      „Hast du gesagt.“ Stimmte Shengo zu.
      „Sag ich doch.“
      Shengo schoss einige Male auf die Kiste, hinter der Georg sich versteckte. Als Antwort sausten drei Pfeile gleichzeitig hinter der Kiste hervor. Einer traf Mufuß und durchdrang seinen Unterarm.
      „Au! Scheiße!“ stöhnte Mufuß und lehnte sich mit schmerzverzerrtem Gesicht an die Wand.
      Shengo schoss noch einige Male auf Georgs Deckung, dann kümmerte er sich um Mufuß.
      „Wir geben euch Feuerschutz.“ Rief ich und Tera und ich schossen auf Georgs Deckung.
      „Das tut jetzt gleich ein bisschen weh.“ Warnte Shengo, packte den Pfeil, Mufuß kniff die Augen zusammen, und Shengo zog den Pfeil aus dem Arm. Mufuß jaulte und hielt sich die Wunde.
      (Fortsetzung folgt 8) )

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      Von unten drang der Lärm einer wilden Schießerei in das Treppenhaus.
      „Anastasia, E36, Lordi, Goofan, wir brauchen eure Hilfe!“ rief ich ins Mikro.
      „Sorry, wir sind hier mit Georgs Jungs beschäftigt.“
      „Mufuß hat einen durchbohrten Arm, wir…“
      Ein Pfeil rutschte an der Säule ab, hinter der wir uns versteckten, sauste pfeifend an meiner Nase vorbei und rutschte klappernd die Treppe runter.
      „Jetzt sind wir dran.“
      Ich sprang hinter der Säule hervor, rannte auf Georg zu und schoss, Georg spannte den Bogen und schoss ebenfalls.
      Die zwei Pfeile trafen mich mit voller Wucht vor die Brust, ich kam ins Taumeln, stolperte und kippte über Georgs Deckung. Georg sprang auf und verschwand hinter die Ausstellungskulisse.
      „E35! Bist du verletzt?“ fragte Shengo und rannte zu mir.
      Ich setzte mich auf, schüttelte den Kopf und zog die Pfeile aus der Schutzweste, die die erste Schicht des Schutzmaterials durchdrungen hatten.
      „Wo ist Georg?“ fragte Tera, im gleichen Moment flitzte Georg an ihm vorbei und die Treppe runter.
      „Ok, die Frage war blöd.“ Gab Tera zu.
      „Shengo, bring Mufuß runter. Tera und ich kümmern uns um Georg.“
      „Alles klar. Passt auf euch auf.“

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      Wir liefen zusammen die Treppe runter, dann trennten wir uns. Mufuß und Shengo gingen zum Eingang, Tera und ich spielten in der Ritterabteilung mit Georg wieder verstecken.
      Wir huschten zwischen den Ausstellungsstücken durch und schlichen von Rüstung zu Rüstung.
      Ich wollte gerade zur nächsten Rüstung laufen, da rannte Georg um die Ecke, als wir uns sahen, sprangen wir gleichzeitig wieder hinter unsere Deckung und eröffneten das Feuer.
      Das Glas einiger Vitrine zerplatzte durch mehrere Kugeln und Funken flogen, beleitet von metallenem Scheppern, als einige Kugeln die Rüstung trafen, hinter der wir uns versteckten.
      Ich feuerte blind in Georgs Richtung, etwas klirrte und ging lautstark zu Boden.
      „War das ihr Kopf?“
      „Bedaure.“
      „Mist.“
      Ich schickte noch einige Schüsse in Georgs Richtung, dann war mein Magazin leer.
      Georg hatte seine Deckung verlassen und ballerte wild auf die Rüstung, die bereits erste Zerfallserscheinungen hatte. Tera sprang hinter der Rüstung hervor und antwortete. Ich sah, wie mehrere Kugeln in seine Weste einschlugen und kleine Staubwolken aufstiegen, dann Klickte die Waffe im Leerlauf, Tera machte einen Hechtsprung und rutschte auf eine Vitrine zu. Im Rutschen durchdrang eine Kugel die Weste, Tera zuckte zusammen und Blut spritzte auf den Boden, dann verschwand er zwischen den Glaskästen.
      „Ups!“ spottete Georg.
      „Mach ihn fertig!“ stöhnte Tera und hustete mit ungesundem Geräusch.
      Georg drückte ab, aber sein Magazin war ebenfalls leer. Ich sprang hinter meiner Deckung hervor und trat ihm so heftig vor die Brust, dass er zurückgeschleudert wurde und über den Boden an die Wand rutschte. Als er zum Liegen gekommen war, rappelte Georg sich auf, griff in eine zerschossene Vitrine und nahm ein Schwert heraus. Bevor ich wusste, wie mir geschah, schwang Georg das Schwert und landete einen Treffer in den Bauch. Ich kippte rückwärts um und schnappte nach Luft. Georg holte aus und ließ den schweren Stahl fallen, ich rollte mich weg und die Klinge drang in den Boden ein. Splitter flogen und ein Stück schlitzte mir die Stirn auf. Ich kämpfte mich auf die Beine, duckte mich unter dem Schwert durch, dass zwei Vitrinen zerschlug.
      (Fortsetzung folgt 8) )

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      Viele kleine Splitter bohrten sich in meine Hand und brannten wie Salz. Ich stolperte über die Scherben, rutschte aus, kämpfte mich wieder auf die Beine, lief zu der Vitrine, nahm ein Schwert und konnte es gerade noch rechtzeitig zum Block hochreißen.
      „Du bist zäher, als ich dachte.“ Stellte Georg amüsiert fest.
      „Überrascht?“
      „Nein.
      „Keine Angst, es geht gerade erst los.“
      „Dann zeig mal, was du auf dem Kasten hast, Kleiner.“
      Ich schlug zu, Georg parierte und konterte, ich sprang zur Seite, der Schwung riss Georg an mir vorbei, ich trat ihm in den Rücken, Georg fiel und landete in den Scherben. Mein Arm pulsierte, der Schnitt auf der Stirn brannte und ich spürte, wie mir das Blut die Augenbraue und die Schläfe entlang lief. Glas knirschte, Georg stand auf, schwang das Schwert einige Male und griff erneut an.

      (Fortsetzung folgt 8) )

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      Alter E35
      Georg schwang das Schwert und schlug zu. Ich parierte, machte eine Drehung und schlitzte ihm das Gesicht auf. Georg taumelte zurück und faste sich an die Wunde.
      „War das alles?“ fragte ich und ließ das Schwert in der Hand kreisen.
      „Nein.“
      Georg packte das Schwert mit beiden Armen, schrie wütend, und führte einige schnelle Angriffe aus. Ich wich ihnen aus und konterte mit einem Stoß, der Georg an der Seite traf. Georg hob das Schwert und ging erneut auf mich los, ich parierte, wich aus und konterte, er blockte, griff an und schnitt mich an der Schläfe.

      Junger E35
      Die Wucht der Angriffe zwang mich zurück, ich packte das Schwert mit beiden Händen und versuchte gegenzuhalten. Funken flogen und bei jedem Kontakt ertönte ein hohes Klingen. Ich stieß mit dem Rücken gegen eine Rüstung, Georg schwang das Schwert, ich duckte mich und die Klinge drang mit einem ohrenbetäubenden Schlag in den Eisenharnisch.
      Ich nutzte die Gelegenheit, hob das Schwert und traf Georg am Arm.

      Alter E35
      Ich traf Georg an der Schulter, er taumelte zurück, fing sich und griff wieder an.
      Er war inzwischen rasend vor Wut und jeder seiner Schläge kam mit voller Wucht, trotzdem hatte ich keine große Mühe, ihn von mir fern zuhalten.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Junger E35
      Georg riss sein Schwert aus der verbeulten Rüstung und ging mit wutverzerrtem Gesicht auf mich los. Ich parierte seinen Angriff, der nächste streifte mich am Kinn und zerschlug eine Vitrine.
      Ich merkte, wie Georg immer aggressiver wurde, jeder Schlag wurde kräftiger. Ich sprang zur Seite und Georgs klinge bohrte sich in die Pferdattrappe, auf der ein Ritter mit Turnierrüstung saß. Ich schlug zu und durchtrennte das Bein der Pferdefigur, die sofort umkippte. Georg schrie wütend, als er von der Figur auf den Boden gedrückt wurde, kämpfte sich unter der Last raus und packte sein Schwert. Ich rannte zur Treppe, sprang auf das Geländer, rutschte runter und rannte in die Hunnenabteilung.

      Alter E35
      Ich verpasste Georg einen Tritt in den Magen, Georg fiel und krümmte sich am Boden.
      Ich schlug zu, Georg rollte sich Weg und nahm sein Schwert. Ich lenkte seinen Angriff ab und konterte, Georg blockte, machte eine Finte und traf mich an der Schulter.

      Junger E35
      Georg rannte auf mich zu und schwang das Schwert, ich lenkte den Angriff zur Seite ab und Georg rauschte in eine Vitrine. Ich holte aus, Georg rollte sich zur Seite und meine Klinge halbierte den Schaukasten. Ich riss mein Schwert hoch, Georg griff wieder an, ich wich aus und die Spitze der Klinge bohrte sich in die Attilas Stirn. Ich ging zum Gegenangriff über, schlug zu, Georg wich aus und mein Schwert streifte ihn unterhalb des Auges. Georg riss sein Schwert aus der Attila-Figur, schwang es und schlug zu. Ich parierte, stolperte zurück und stand vor einer anderen Figur. Georg machte einen seitlichen Hieb, ich sprang zur Seite und das Schwert halbierte die Figur einer Frau.

      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Alter E35
      Ich schwang das Schwert, drängte Georg mit wuchtigen Schlägen zurück und stieß zu.
      Georg verlor das Schwert und ich traf ihn mit voller Wucht in den Brustkorb.
      Er taumelte zurück und kippte auf den Boden.

      Junger E35.
      Georg schlug wieder zu, ich taumelte zurück, mit dem nächsten Schlag entwaffnete Georg mich und das Schwert rutschte klappernd über den Boden.
      „So, jetzt mach ich kurzen Prozess mit dir, du Hühnchen.“
      Ich wich zurück, Georg schwang sein Schwert und schlug zu, ich duckte mich und die Spitze schnitt mich in die Wange. Ich bis die Zähne zusammen und konzentrierte mich auf Georgs Schwert. Georg stach erneut zu, ich riss meinen linken Arm hoch, fuhr die drei Klingen aus und machte einen Schritt nach vorn, dann drang die Spitze seines Schwertes in meine Schulter und meine Klingen in seine. Ein kalter, stechender Schmerz durchfuhr mich, der in den ganzen Körper strahlte. Wir sahen uns hasserfüllt an. Georg zog das Schwert aus meiner Schulter, packte meinen Arm und zog die Klingen aus seiner Schulter. Ich taumelte und fiel auf den Rücken. Er beugte sich über mich und sah mich an.
      „Du bist verrückter, als ich dachte.“
      „Überraschung.“
      „Selbst, wenn du dem Tod direkt gegenüber stehst, hast du noch Humor. Irgendwie ist du mir sympatisch.“
      „Dann leg dein Schwert weg und wir gehen einen Trinken.“
      Georg überlegte.
      „Nein, auch wenn ich es später bedauern könnte. Jetzt bring ich dich um.“
      Georg richtete die Spitze des Schwertes direkt auf mein Herz und holte aus. Ich schloss die Augen und dachte an AnnaSophia, an ihre Augen, an unsere Erlebnisse. Und dann war da noch etwas. Von irgendwo kam plötzlich Wärme. Meine Wunden hörten auf zu schmerzen, ich sah nur noch AnnaSophia vor mir.
      Ich riss die Augen auf, Georg stieß zu, ich packte die Klinge und riss sie zur Seite, Georg riss überrascht die Augen auf, die Spitze des Schwertes rammte in den Boden, ich sprang auf, schnappte mein Schwert und verpasste Georg einen Treffer in die Seite.
      Georg zog sein Schwert aus dem Boden und parierte meinen nächsten Angriff.
      „Wo kommt denn jetzt plötzlich der Energieschub her?“
      „Drei mal darfst du raten. AnnaSophia. Und sie wird mir jetzt helfen, die zu zerlegen.“
      Ich schwang das Schwert, wirbelte herum und griff an, Georg blockte, ich schlug erneut zu, parierte Georgs angriff, schwang das Schwert und schlug von der Seite zu. Georg musste zurück weichen, ich setzte nach, attackierte ihn noch einmal, Georg wich aus, packte meine Hand und zog mich an sich vorbei. Ich landete in einer Großen Vitrine, die sofort zu Bruch ging.
      (Fortsetzung folgt 8)

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      „So, du kleiner Heißsporn, jetzt ist Schluss.“ Schnaufte Georg und holte aus.
      Ein schriller Pfeifton hielt Georg davon ab, mich zu töten. Stattdessen sah er auf seine Uhr, zog eine wütende Grimmasse, ließ das Schwert fallen und rannte davon.
      „E35, Scheiße Mann!“ rief Mufuß, der die Treppe hoch gerannt kam.
      „Lebst du noch?“ fragte Anastasia und kniete sich neben mir hin.
      „Ja, sonst würde es nicht so weh tun.“
      Ich setzte mich auf und zog eine Scherbe aus dem Arm.
      „Du brauchst einen Arzt!“
      „Später. Zu erst möchte ich persönlich sehen, das Georg abgemurkst wird.“
      Anastasia und Mufuß sahen besorgt sich an.
      „Wie geht es Dave?“
      „Jedenfalls besser als dir. Goofan und E36 kümmern sich um ihn.“
      „Schön. Jemand muss Tera helfen. Eine Kugel hat seine Weste durchdrungen.“
      „Das erledige ich.“ Meldete sich Lordi über das Headset.
      „Webmaster, schick einen Helikopter vorbei.“
      „Wir sind unterwegs.“ Kam die Antwort.
      „Kannst du laufen?“ fragte Mufuß.
      Anastasia und Mufuß halfen mir auf die Beine, dann gingen wir langsam nach unten in die Eingangshalle, wo sich eine gaffende Menge versammelt hatte.
      (Fortsetzung folgt 8) )

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      Georg wusste, dass er nur noch wenige Minuten hatte, um die Verhinderung seines Planes zu verhindern. Sein Jüngeres Ich hatte sich, trotz etlicher Warnungen, auf einen Kampf mit dem alten E35 eingelassen. Jetzt musste er alles ausbaden. Georg sprintete die Stufen des Gebäudes hoch, immer drei auf einmal. In seinen Adern steckte blanke Aggression, die ihn zu ungewöhnlich großer Ausdauer verhalf. Er war absolut entschlossen, beide Typen namens E35 und AnnaSophia innerhalb der nächsten zwanzig Minuten zu töten.
      Georg erreichte das Dach. Es war kalt und tröpfelte, als er auf den großen Schattenartigen Mann zuging, gegen den gerade noch sein jüngeres Ich gekämpft hatte.
      „Schön, dass du mich gefunden hast, Georg.“
      „Für mich ja, aber für dich ist hier Ende im Gelände.“
      „So?“
      „Ich habe deine Leute in der Militärstation alle alleine fertig gemacht und bin dir in die Vergangenheit gefolgt, glaubst du, du hast eine Chance gegen mich?“
      „Über längere Zeit nicht, aber einen kurzen Moment schon. Und dieser Moment wird reichen, dich zu töten.“
      „Was du nicht sagst.“
      „Du unterschätzt mich, Georg. Ich hab mehr drauf, als du bist jetzt weißt.“
      „Dann lass uns beginnen.“
      Georg hob das Schwert auf und ging auf E35 los.
      Funken flogen, als die Klingen aufeinander trafen. E35 wirbelte herum und führte einen Querschlag aus. Georg parierte, riss das Schwert hoch und griff an. Die Schlagtausche wurden immer schneller, bald konnte man die Klingen der Schwerter nur noch sehen, wenn sie aufeinander prallten. Georg machte eine Finte, ließ E35 ins leere laufen und verletzte ihn am Arm. Als Antwort musste Georg einen Schnitt am Hals einstecken.

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      Wir hatten unsere Ausrüstung abgelegt und trotz meiner Verletzung an der Schulter und extremen Schmerzen hatte ich mich auf das Dach gequält. Jetzt standen wir da, auch diejenigen, die nicht mit ins Museum, sondern in die Zentrale gegangen waren, und verfolgten den atemberaubenden Kampf. Am Rand der Plattform lag der junge Georg, gekrümmt und schwer atmend, niemand beachtete ihn.
      Es wurde immer dunkler, Wolken schoben sich vor die untergehende Sonne, und die kleinen Tropfen verwandelten sich in große, schwere Tropfen, die bald eine dünne Wasserschicht auf dem Boden bildeten. Wie gebannt starrten wir auf die beiden Kämpfer, die flink hin und her huschten und sich mit tödlichen Schlägen bombardierten.
      Der Kampf nahm eine jähe Wendung, als Georg den ersten Treffer seit unserer Ankunft einstecken musste. Der alte E35 wurde immer dominanter, immer aggressiver, immer schneller und überraschte Georg immer öfter mit unerwarteten, blitzartigen Attacken, die allerdings nur kleine Wunden verursachten.
      „Wahnsinn, diese schnellen Attacken, einfach irre.“ Staunte Asrloverock.
      „Warum macht er das?“ fragte Patrick.
      „Er bringt Georg aus dem Konzept, verwirrt ihn. Viele Kleine Attacken rauben einem schnell den Überblick, irgendwann konzentriert man sich nur noch auf das Kleine, tja, und dann übersieht man, dass der Gegner in der nächsten Sekunde den entscheidenden Angriff durchführen kann.“
      „Gute Taktik.“
      „Ja, aber lange hält er das nicht durch. Die schnellen Bewegungen sind sehr anstrengend und nach wenigen Minuten ist man total ausgelaugt.“
      (Fortsetzung folgt 8) )

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      Ich sah auf die Uhr. Noch fünf Minuten, dann wurde mein älteres Ich wieder in seine Zeitebene geholt. Die Schwerter krachten gegeneinander, beide hielten den Arm des anderen fest und versuchten, das Kräftemessen für sich zu entscheiden. Georg knurrte wütend, dir gekreuzten Klingen näherten sich E35s Hals, der mit verzerrtem Gesicht dagegenhielt.
      Georg riss sein Knie hoch und schlug es E35 in den Bauch, er ließ los, taumelte zurück Richtung Rand. Georg griff an, schlug mit unglaublicher Wucht auf E35 ein, der sichtbar schwächer wurde. Georgs Schlag traf die Armschiene mit voller Wucht und Blut quoll aus dem Schnitt. E35 stolperte zurück und stand mit dem Rücken zum Abgrund, Georg rannte auf ihn zu, stieß in über den Rand des Hauses, E35 packte Georg am Kragen und riss ihn mit.
      Wir rannten zum Rand, wo die beiden gerade heruntergestürzt waren und sahen ihnen nach.
      (Fortsetzung folgt 8) )

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      Im Fall sah ich auf meine Uhr, beinahe gleichzeitig bildete sich um mich herum eine grünliche Lichtkugel, die immer dichter und greller Wurde. Als Georg erkannte, dass ich in unsere Zeitebene zurück geholt wurde, griff er nach mir, ich schlug seine Hand weg.
      „Wir sehen uns in der Hölle.“ Verabschiedete ich mich
      „Ich HASSE DICH!“ brüllte Georg, ich winkte, dann umgab mich das Licht völlig und wurde so hell, dass ich die Hände vor die Augen halten musste.

      Eine Lichtexplosion erhellte die Häuser und den regnerischen Himmel. Schneiden helles Licht strömte in die Straßen und umgab uns, dann wurde es mit einem lauten Knall wieder dunkel. Ich blickte nach unten, wo Georg inzwischen das Dach eines Autos getroffen hatte.
      „Achtung!“ rief Mufuß, gleichzeitig knallten Schüsse, ich fuhr herum, sah als erstes Georg, der mit rauchendem Revolver auf seinen wackeligen Beinen stand, dann sah ich E36, der zwischen AnnaSophia und Georg stand, sich mit zitternder Hand an den Brustkorb langte und dann zusammen brach. Ein weiterer Schuss fiel, Georg spritzte links und rechts Blut aus dem Kopf und BullTech rannte auf das Dach.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Wir liefen zu E36, der mit leeren Augen den Himmel anstarrte und schwer atmete.
      „Wir brauchen einen Krankenwagen, schnell!“ rief Jarak ins Mikro.
      „Was wollt ihr denn mit einem Krankenwagen?“ fragte E36 schwach.
      „Dich in ein Krankenhaus bringen.“
      „Ach so, das hilft jetzt auch nicht mehr viel.“
      „Hör auf, so was zureden!“
      „AnnaSophia, es war mir… eine Ehre, dir… zu helfen.“
      AnnaSophia blinzelte traurig und sah E36 an.
      E36 nahm AnnaSophias Hand, legte sie auf meine und murmelte auf Deutsch: „Mach was draus, Kumpel.“
      „Mach ich.“
      E36 grinste angestrengt, blickte noch einmal AnnaSophia an, dann rollte sein Kopf auf die Seite.
      AnnaSophia schluchzte, lehnte sich an mich und ich legte ihr meinen Arm über die Schultern.
      „Der Krankenwagen ist auf dem Weg.“ Meldete sich Roflduhastlol.
      „Wir brauchen keinen Krankenwagen mehr.“
      (Fortsetzung folgt)

      Keep your mind wide open
      Der Himmel weinte, genauso wie wir, während wir um E36 knieten und schwiegen. Viele dicke tropfen prasselten auf den Boden, auf uns und auf den toten E36.
      Ich dachte an unsere vielen gemeinsamen Einsätze, von denen wir immer wieder gerade noch lebend zurückgekehrt waren. Immer zusammen. Ich dachte an seinen Witz, die Kamera, mit der er beinahe unseren ganzen zweiten Einsatz aufgenommen hatte, seine kleinen Wortwitze. Erst jetzt wurde mir bewusst, wie sehr ich mich an ihn gewöhnt hatte, und jetzt war er auf einmal tot, einfach weg. Ein bleiernes Gefühl machte sich in mir breit, ein Gefühl, dass ich zuvor noch nie gespürt hatte. Es war ein Gefühl des Verlusts, der Verlust von jemandem, an dessen Wesen ich mich so gewöhnt hatte, dass ich nicht mehr wusste, wie es vor unserem ersten Zusammenkommen gewesen war. Wie oft hatte er mir aus gefährlichen Situationen geholfen. Hier kam ein anderes Gefühl auf, nämlich das Gefühl, nicht dagewesen zu sein, als er meine Hilfe gebraucht hätte und obwohl ich wusste, dass ich genauso wenig für ihn hätte tun können, als er, ließ mich dies Gefühl der Schuld mich nicht mehr los.
      Noch lange blieben wir alle einfach knien, später kam AnnaSophias Eltern, Roflduhastlol und Webmaster dazu. Wir trauerten um E36, unseren guten Freund und Mitkämpfer.
      Die Kircheglocken klingelten, als der Sarg mit E36 in das Grab gesenkt wurde.
      Als der Pfarrer seine Rede beendet hatte, legte jeder von uns eine Sonnenblume auf sein Grab.
      Noch lange standen wir vor dem Grab, dann löste sich die Versammlung langsam auf.
      Schließlich standen nur noch AnnaSophia und ich da.
      Ich legte Schutzweste und Waffe auf den frischen Erdhügel.
      „Danke, dass du mit mir gekämpft hast. Du warst ein super Freund.“
      (Fortsetzung folgt)

      Keep your mind wide open
      Silvester 2016
      Ich riss das Lenkrad herum, der Wagen kam ins Schleudern, rutschte quer über die Straße und das Heck nahm zwei Parkuhren mit.
      „Au, das gibt einen Lackschaden.“ Stellte ich trocken fest und steuerte dagegen.
      „NUR einen Lackschaden?“ fragte AnnaSophia entgeistert.
      „Ich bin froh, wenn ich hier lebend wieder raus komme!“ rief Anastasia.
      „Sorry Mädels!“
      Die Reifen rutschten quietschend über den nassen Boden und hinterließen Spuren.
      Ich hatte gerade wirklich alle Hände voll zu tun, denn normaler Weise fuhr ich normale Autos und keine gepanzerten Limousinen. Zu der ungewohnten Masse, die ich mit Mühe durch die Straßen schlängelte kam die unangenehme Tatsache, dass es regnete. Die Straße war also Arschglatt und vor lauter Tropen konnte man keine zwei Meter sehen. Trotzdem ging ich nicht vom Gaspedal, denn nur wenige Meter hinter uns fuhren unsere Verfolger.
      „Pass auf! Rot!“ rief AnnaSophia, aber wir rasten schon über die Kreuzung. Ich riss das Lenkrad herum, um einem Kleinlaster auszuweichen. Das Heck traf einen PKW und schleuderte ihn auf den Gehweg, ich knallte mit dem Kopf gegen das Seitenfenster und AnnaSophia und Anastasia schreien. Das etwa drei Tonnen schwere Auto rutschte über den Asphalt wie Schuhe über eingeseiftes Parkett.
      „Ich hasse dieses Teil! Liegt in der Kurve wie ein Schützenpanzer auf Bobbycar- Rädern! Nächstes Mal nehmen wir einen Radpanzer, die Dinger haben wenigstens ein gescheites Reifenprofil!“ fluchte ich, als wir endlich ausgeschleudert waren und zündete den Motor, dann rasten wie weiter.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      „Scheiße! Wenn das gut ausgeht, bekommt ihr meinen Arm als Kleiderhacken!“
      „Wir könnten eher eine Lebensversicherung gebrauchen!“ erwiderte AnnaSophia, die etwas bleich im Gesicht mit Anastasia auf der Rückbank saß.
      „Du kennst mich doch!“
      „Das finde ich an dem ganzen ja so schlimm!“
      „Autsch! Das tat weh!“
      Eine Rakete sauste vom regnerischen Himmel herab, landete direkt vor unserem Linken Vorderrat und die Explosion zerriss den Reifen. Sofort brach der schwere Wagen aus und bevor ich reagieren konnte, machten wir eine Rolle. Ich wurde zur Seite geschleudert und schlug mit dem Kopf gegen die Seitenscheibe.
      „Ich hasse diese gepanzerten Limousinen!“ fluchte ich und hielt mir die Platzwunde, als wir wieder ruhig standen.
      „Uns geht es auch gut, danke der Nachfrage.“ Meldete sich Anastasia.
      „Mir geht’s überhaupt nicht gut!“ antwortete ich gereizt.
      Wie in einem schlechten Film züngelte plötzlich eine Flamme unter der Kühlerhaube hervor. Unsere Verfolger bremsten, sprangen aus ihren Wagen und rannten zu uns.
      „Um Himmelswillen! Ist euch etwas passiert?“ fragte einer der Leute, nachdem er die verbeulte Tür geöffnet hatte.
      „Nein, nichts ernsthaftes.“ Antwortete ich und wischte mir das Blut von der Stirn.
      Anastasia und ich stiegen aus.
      „Ein Glück. Wie geht es AnnaSophia? Wir wollten ja eigentlich nur ein Autogramm von ihr.“
      „Mir geht’s gut.“ Meldete sich AnnaSophia und krabbelte aus dem verbeulten Auto.
      „AnnaSophia! Ein Autogramm bitte! Nur eins!“
      Auf einmal schein ganz Denver um uns versammelt zu sein. Alles drängte und schubste und wedelte mit Autogrammkarten und Zetteln, Fotoaperate blitzten und alles quasselte.
      „Bist du… bist du E35?“ fragte eine junge Frau, als sie unter meinem zerrissenen Handschuh den Roboterarm glänzen sah.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      „Ich? Nein. Ich bin nur AnnaSophias Chofeur.“
      „Ich will trotzdem ein Autogramm von dir.“
      Bevor ich mich wehren konnte, hatte ich einen Stift in der Hand.
      Ich krickselte irgendwas auf den Zettel und gab den Stift zurück.
      „Du bist zu bescheiden.“ Flüsterte mir Anastasia zu.
      Ich zog amüsiert eine Augenbraue hoch und sah zu, wie AnnaSophia Autogramme verteilte.
      Nach einer ganzen Weile löste sich die Traube langsam auf.
      „Hat jemand mal den Verbandskasten?“
      „Was ist?“
      „Ich hab einen Krampf in der Hand. Ihr glaubt gar nicht, wie anstrengend das ist.“
      AnnaSophia lächelte.
      „Wie kommen wir jetzt zur Party?“ fragte Anastasia.
      „Warte, das haben wir gleich.“
      Ich ging zu unseren ehemaligen Verfolgern und musste nicht viel verhandeln.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Nur eine viertel Stunde später hielt der Fahrer vor der ASRSG- Zentrale wir stiegen aus und betraten das Gebäude. Die Party war schon in vollem Gange. Es wurde gelacht und gealbert, Kingwitty, Dave, Lordi und Engelchen spielten Karten,
      Anastasia setzte sich zu Patrick, Mufuß und Jarak, die um Silvesterböller pokerten, Shengo und Roflduhastlol bauten ein inzwischen ein Meter hohes Kartenhaus, Webmaster, Goofan und Tera machten Zielwerfen und Asrloverock stand mit seiner Band auf der Bühne und spielte gerade ein Silvesterspecial.
      Ich blicke auf die Uhr. Eine Minute noch.
      „Komm, wir gehen auf die Helikopterplattform.“ Schlug AnnaSophia vor und zog mich nach oben.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Auf der Plattform angekommen schlug uns ein kalter Wind entgegen. Ganz Denver war hell erleuchtet und wartete auf das neue Jahr. Wir standen einige Zeit nebeneinander, hörten durch das Treppenhaus, wie unten der Countdown gezählt wurde, dann ging das Feuerwerk los.
      Lange standen wir nur da und beobachteten das farbige Spektakel.
      Ich spürte Annasophias Hand an meiner, warm, auf eine seltsame Art vertraut.
      Das alte Jahr und seine Geschehnisse waren vorbei und ich dachte an das, was wir gemeinsam erlebt hatten, an meinen ersten Einsatz, bei dem AnnaSophia und ich uns das erste Mal begegnet waren. Seit dem hatten wir viel erlebt, viel durchgemacht, waren immer wieder getrennt worden und hatten uns trotzdem immer wieder getroffen. Ich dachte an E36, einen guten Freund, der viel zu früh von uns gegangen war, an das Gerücht, dass es Forschern in der Area 51 gelungen war, eine Zeitmaschine zu bauen und an die damit verbundene Möglichkeit, E36s Tod zu verhindern.
      Ich sah AnnaSophia an, ihr Haar, ihre Augen. Das erste Mal seit langem hatte ich keine Sorgen, spukten mir keine Gedanken im Kopf herum.
      „Frohes neues Jahr.“ Flüsterte ich und sah AnnaSophia an, die meinen Blick erwiderte uns sich an mich schmiegte. Ich legte ihr den Arm auf die Schultern.
      „Ja. Frohes neues Jahr.“
      Ich war einfach glücklich und als wir uns schließlich küssten wusste ich, dass das gerade begonnene Jahr, egal, was mich erwarte, das beste Jahr meines Lebens wurde.



      ENDE
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      Das war der vorerst letzte Teil der "Fanstory"-Reihe
      Ob irgendwann noch ein nächster Teil entsteht und E36 wieder unter die Lebenden kommt, kann ich momentan noch nicht sagen (aus schultechnischen wie aus geschichtsstofflichen Gründen)
      Es hat mir großen Spaß gemacht, vielen Dank an die Leser und "Kritiker" (danke jetzt schon mal für euer Statement)
      PDF-Version folgt
      Wir schreiben uns
      Marcus

      Keep your mind wide open

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