Fanstory 4.0 - Game over

      Er saß auf der Pritsche in seiner Zelle und starrte die graue Betonwand an. Jenseits dieser starken Mauer aus Stahlbeton lief die Zeit weiter, unberührt von dem, was sich innerhalb dieser Mauern abspielte, hinter denen die Zeit zu stehen schien. Seit einem halben Jahr war Er jetzt im Gefängnis von Denver, eine gefühlte Ewigkeit, und wenn es nach der Justiz ging, würde Er sein restliches Leben hier verbringen. Er hatte sich inzwischen an die grauen, kalten Betonwände und die dick vergitterten Fenster gewöhnt. Täglich einmal Ausgang. Dann drei Stunden Bücherei. Am Abend gab es eine Stunde Fernsehen.
      Die Klappe in der Tür wurde geöffnet.
      „Sie haben Besuch.“ Teilte ihm der Beamte mit.
      Er ging zur Tür hielt seine Hände hinter dem Rücken durch die Klappe und bekam Handschellen.
      Dann wurde die dicke Zellentür geöffnet und Er ging, gefolgt von zwei Polizisten, durch den grauen, kalten Gang mit dem grauen, kalten Boden und dem kalten, grellen Neonlicht. Raues Gelächter und Gegröle von Sträflingen hallte durch den Betonbau, der wie ein riesiger, grauer Würfel auf einem zu kleinen Spielbrett von Stacheldrahtzaun umgeben am Stadtrand von Denver errichtet worden war. Hier her kamen alle, die erwischt worden waren, genau wie Er. Er fühlte sich verletzt, ein tiefer Schnitt zog sich durch seinen Stolz und die Selbstsicherheit, die ihn sonst immer auf die verrücktesten Gedanken gebracht hatte. Und genau diese Verletzung baute ihn aus unerklärlichen Gründen auf.
      Er betrat den Besucherraum, in dem bereits ein Mann ungeduldig wartete.
      „Hast du alles vorbereitet?“ fragte Er so leise, dass es die Wachmänner, die bei der Tür warteten, nicht hören konnten.
      „Ja, Chef. Heute Nacht noch geht der Bau hier in die Luft.“
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Forumstreffen mit AnnaSophia mitten in Denver. In dem großen Raum standen Pokertische, Billardtische und Dartscheiben, um die sich die anwesenden Forumsmitglieder scharten. An der Längswand des Raumes hatte man ein reichliches Büffet aufgestellt. Engelchen, Zunami, Anastasia, Eminem und Patrick spielten bereits die x-te Runde Dart, wobei Patrick mit 99 % die Mitte traf.
      Shengo und Jarak machten seit fünfzehn Minuten Armdrücken, Webmaster und Basti lieferten sich in einem Rennspiel, das an die Wand geworfen wurde, ein erbittertes Rennen. Nebenbei lief der Radio, den aber niemand beachtete.
      Ich saß mit Mindful, Kingwitty, LORDI, Goofan und E36 an einem Tisch hatte fast keine Chips mehr und, im wahrsten Sinne des Wortes, schlechte Karten.
      „E35? Dein Einsatz?“ fragte Kingwitty, der die Dealerrolle übernommen hatte.
      Ich blickte auf die offen liegenden Karten. Zwei Herzen, zwei Kreuze, ich hatte nicht einmal ein Paar. Alle anderen hatten keine Chips mehr, weil Goofan, der mehr als alle anderen zusammen erspielt hatte, aus Spaß All-in gespielt hatte.
      „All in“
      Ich schob meine restlichen Chips in die Mitte und Kingwitty deckte die letzte Karte auf. Herz.
      Nun wurden die Karten aufgedeckt.
      Mindful stach mit seinem Königsdrilling LORDIs Achterpärchen und Goofans schwarze Ass.
      E36 hatte eine Straße und ich hatte, unverhoffter Weiße, fünf Karten der selben Farbe. Ein Flush.
      „E35 gewinnt.“ Stellte Kingwitty fest.
      „Mist!“ fluchte E36.
      „Jungs. Ich hol mir jetzt mal was zu Essen.“ Verkündete LORDI und ging, gefolgt von Mindful und E36, zum Büffet. Ich stand auf und ging zum Billardtisch, an dem Dave und Mufuß gerade gegen AnnaSophia und Roflduhastlol am Verlieren waren.
      „Sieht schlecht aus!“ stellte ich fest und stellte mich neben Dave, der gerade quer über den Tisch gelegt auf deine Kugel zielte.
      „Mann, das sehe ich selber!“
      „Wie habt ihr das hinbekommen?“
      „Ganz einfach, indem Mufuß mit dem zweiten Schuss drei von unseren Kugeln versenkt hat.“
      Antwortete AnnaSophia und grinste.
      „Sonst hättet ihr doch überhaupt keine Chance gehabt!“ verteidigte sich Mufuß.
      „Ich schätze es ja, dass du auf Fairness setzt. Aber zwei Kugeln hätten gereicht.“ Meldete sich Roflduhastlol mit vollem Mund.
      „Könnt ihr mal bitte ruhig sein?“ fragte Dave genervt, der immer noch zielte.
      Die weiße Kugel hüpfte über die Schwarze drüber und schubste eine Halbe ins Loch.
      „Super! Jetzt liegen wir nur noch drei Kugeln zurück!“ jubelte Mufuß.
      Aus der Ecke, in der Basti und Webmaster mit den Kontrollern in den Händen saßen, kam ein lautes „Naaaaaaain!“, als Basti kurz vor dem Ziel gegen eine Leitplanke stieß, auf dem Dach liegen blieb und Webmaster entspannt an ihm vorbei ins Ziel rollte.
      „Wie viel Uhr haben wir?“ fragte ich.
      „Ähm. Gleich sechs uhr morgens.“ Antwortete Roflduhastlol.
      „Oha, ganz schön spät!“
      „Ist schnell vergangen.“ Stellte Dave fest.
      „Ich glaub ich geh dann mal ins Bett.“ Verabschiedete sich Kingwitty gähnend.
      „Gute Idee. Guten Morgen noch.“ Schloss sich E36 ihm an.
      Langsam aber sicher verkrümelten wir uns in die Kojen und holten den Schlaf nach.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Als ich erwachte, kam im Radio, das wir vergessen hatten, abzustellen, gerade das Lied „Guten Morgen, liebe Sorgen“.
      Ich wollte mich gerade umdrehen, um noch ein bisschen zu dösen, als die Musik unterbrochen wurde.
      „Guten Morgen, liebe Hörerinnen und Hörer. Wir unterbrechen unser Programm für eine schockierende Neuigkeit aus Denver. Heute Nacht gab es im Denver Gefängnis eine Explosion, bei der mindestens zehn Menschen verletzt wurden und mehrere Sträflinge fliehen konnten. Unser Außenreporter Reporter ist vor Ort und berichtet live!“
      „Guten Morgen!. Ich stehe momentan vor dem Schutthaufen, der noch vor wenigen Stunden die Außenmauer des Gefängnisses war.“ Berichtete der Reporter
      Ich spitzte die Ohren.
      „Es war vermutlich eine Gasexplosion, die die massive Mauer aus Betonstahl einfach eingerissen hat. Die Ursachen sind noch ungeklärt. Ein Passant und mehrere Wachbeamte, sowie vier Sträflinge wurden von herab fallenden Brocken und der Explosion verletzt und erlitten zum Teil schwere Verbrennungen. Drei Sträflingen gelang die Flucht, nach ihnen fahndet bereits ein Großaufgebot der Polizei.
      Unter den Ausreißern befindet sich auch der Schwerverbrecher Li, der sich wegen mehrfach versuchter Entführung und weiteren Verbrechen seit einem halben Jahr in Arrest befand.“
      Ich erstarrte.
      „Hab ich das falsch verstanden oder hab ich mich da gerade verhört? Hat der eben gesagt, dass Li ausgebrochen ist?“ fragte Dave, der ebenfalls erwacht war und kerzengerade da saß.
      „Nein, du hast richtig gehört. Li ist frei.“ Antwortete LORDI, der den Report auch mitbekommen hatte.
      Plötzlich flog die Tür auf und Webmaster stürmte mit einer Zeitung wild wedelnd in das Zimmer.
      „Habt ihr schon gehört? Li ist ausgebrochen!“
      „Ja! Kam gerade im Radio.“ Antwortete ich.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      „Und jetzt?“ fragte Shengo beim Frühstück, das gleichzeitig zu einer Krisensitzung genutzt wurde.
      „Tja, das ist die Frage. Was tun sprach Zeus, als er die Stromrechnung sah.“ Antwortete Jarak.
      „Was würdest du machen, wenn du aus dem Knast ausgebrochen wärst?“ fragte Eminem und mampfte sein Müsli.
      „Meint ihr, er will sich rächen?“ fragte AnnaSophia.
      „Könnte sein. Kann mir mal jemand ein Brötchen rüberschmeißen?“ fragte Zunami, der kurz darauf das anfliegende Brötchen auffing.
      „So wörtlich war das nicht gemeint!“
      „Wenn er vorhat, sich zu rächen, müssen wir ab sofort besser auf AnnaSophia aufpassen.“ Überlegte Shengo.
      „Eben nicht, weil er sich ja an uns rächen will, nicht an ihr!“ widersprach LORDI.
      „Wenn wir uns in ihrer Nähe aufhalten, bringen wir sie damit nur in Gefahr.“ Stimmte Kingwitty zu.
      „Und wenn er wieder versucht, über AnnaSophia an uns ran zu kommen?“ fragte Basti.
      „Das ist natürlich auch möglich. Aber so gesehen ist alles falsch, was wir machen.“ Bemerkte Engelchen.
      „Wir müssten uns eben unauffälliger als früher verhalten.“ Schlug Anastasia vor.
      „Wir müssen auf jeden Fall für AnnaSophias Schutz sorgen.“
      „Das geht aber nicht, wenn einer von uns in ihrer Nähe ist.“ Widersprach Mindful.
      „Aber noch weniger, wenn sie ganz alleine ist.“ Gab Webmaster zu bedenken.
      „Ach verrecken! Warum musste der dämliche Knast explodieren! Damit ist der lustige Teil dieser Party ja wohl gelaufen!“ fluchte E36 und durchbohrte mit dem Messer sein Brötchen der Länge nach.
      „Weil es sonst langweilig gewesen wäre.“ Antwortete Mufuß.
      „Das hat doch alles keinen Sinn. Was wir machen ist falsch, das einzige, was wir machen können ist nichts tun, das ist auch falsch, und das ist mir zu wenig!“ rief Dave.
      „Was sagst du dazu, E35?“
      „Ich? Ich sag Scheiße. Das ist das einzige und treffendste Wort, dass mir dazu einfällt.“
      „Erzähl mir was Neues!“ forderte Shengo.
      „Ich hab doch auch keine Ahnung, was wir machen sollen!“
      „Dann überleg dir was! Du hattest mit Li bis jetzt am meisten zu tun! Du weißt wie er tickt!“ schlug AnnaSophia vor.
      „Ok, ok, ich werde mir was überlegen.“
      Das einzige, was mir einfiel, war die dauernde Beschattung, was natürlich besonders AnnaSophia missfiel. Der Vorschlag, ihr einen Peilsender zu verpassen, wurde auch sofort wieder verworfen. Es folgten viele Skurrile, abenteuerliche und unrealisierbare Ideen, die unser Frühstück immerhin fast drei Stunden in die länge zogen. Am Schluss kam uns allen die routinemäßige Bewachung am sinnvollsten vor.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Der Unterricht war endlich aus. AnnaSophia ging zu ihrem Spinnt und öffnete das Vorhängeschloss. Als sie die Tür öffnete, fiel ein kleiner Zettel heraus und segelte zu Boden.
      Sie hob ihn auf und sah sich vorsichtig um, konnte aber außer einigen ASRSG – Mitgliedern, die wie normale Schüler auf dem Gang herumlungerten, niemanden entdecken.
      Dann steckte sie den Zettel unauffällig in die linke Hosentasche, schloss den Spinnt und verließ, als wäre nichts gewesen, die Schule.
      „Hast du das gesehen?“ fragte mich Mindful, der AnnaSophia beobachtet hatte.
      „Wie denn? Du stehst ja im Weg!“ antwortete sich Patrick und stellte sich auf die Zehenspitzen, um über Mindfuls Schulter sehen zu können.
      „Was soll ich denn gesehen haben?“
      „Den Zettel.“
      „Vielleicht eine Einkaufsliste.“
      „Nein. Sie war überrascht. Wer lässt sich den von der eigenen Einkaufsliste überraschen?“
      „Stimmt. Meine Mutter st immer erst überrascht, wenn sie zuhause die Quittung mit dem Preis in der Hand hält.“ Stimmte Patrick zu.
      „Habt ihr was gesehen?“ fragte ich, weil mir zahlreiche Spinnttüren, die offen standen, die Sicht genommen hatten.
      „Ja einen Zettel.“ Antwortete Mindful.
      „Vielleicht ein Liebesbrief! Oder ein Date? Oder vielleicht hat ihr heimlicher geliebter Schluss gemacht und ist jetzt innerlich ei…“
      „Konntet ihr was sehen?“ unterbrach ihn Anastasia, die vom anderen Ende des Gangs gekommen war.
      „Unterbrich mich bitte nicht, Schneehäschen! Also vielleicht ist sie jetzt innerlich eine Ruine und geht jetzt in die nächste Bar, um sich voll laufen zu lassen und…“ brabbelte Patrick ungestört weiter und bemerkte nicht, dass wir uns aus dem Staub machten.
      „Und? Habt ihr jetzt was gesehen oder ja?“ fragte Anastasia, nachdem wir das Schulgebäude verlassen hatten.
      „Mindful hat was gesehen.“ Antwortete ich.
      „Einen Zettel, um genau zu sein.“ Fügte Mindful hinzu.
      „Einen Zettel? Und deswegen hält der da drinnen eine Volksrede über Alkoholtrinken?“
      „Er hat eine lebhafte Fantasie.“ Stellte ich grinsend fest.
      „Und was war an dem Zettel jetzt so komisch, dass Patrick das Maximum seiner intellektuellen Gedankenflüge erreicht?“
      „Sie war überrascht.“
      „Soll passieren, wenn neben einem jemand anfängt, übers volllaufen zu faseln. Noch dazu in der Schule.“
      „Nein. Mit dem gedanklichen Höhenflügen hat er erst angefangen, als sie schon weg war.“ Verbesserte ich sie.
      „Ach so. Also was hat sie gemacht?“
      „Sie hat den Zettel aufgehoben, hat ihn gelesen, sich einige male unauffällig umgesehen und ihn dann in die linke Hosentasche gesteckt.“ Fuhr Mindful fort.
      „Links?“ fragte ich überrascht
      „Ja.“
      „Aber sie ist doch Rechtshänderin oder hab ich da gerade einen Knick im Gehirngang?“ fragte Anastasia.
      „Sie schreibt mit rechts.“ Stimmte Mindful zu.
      „Hatte sie die rechte Hand frei, als sie den Zettel weggesteckt hat?“ fragte ich.
      „Ja. Ihre Tasche stand ja auf dem Boden.“
      „Das passt was nicht.“
      „Meinst du?“ fragte Mindful zweifelnd.
      „Wo ist sie jetzt?“ fragte Patrick, der zu uns gerannt war.
      „Dave, Shengo und Kingwitty verfolgen sie gerade nach sonst wohin. Was gibt’s?“
      „Ach ich hab da nur gerade den einen Kerl gesehen, der aus einem Schließfachgekrabbelt ist. Also wenn ihr mich fragt war der ja eindeutig zu alt für so eine Institution.“
      Wir sahen uns allarmiert an, dann rannten wir los.
      „Hey. Was ist denn mit euch los?“ fragte Patrick, der nichts begriff, aber wir beachteten ihn einfach nicht und flitzten davon.
      „Dave? Wo ist AnnaSophia?“ fragte ich per Funk, während wir die Straße entlang rannte.
      „Sie kommt gerade aus ihrem zu Hause. Was ist denn?“
      „Erfährst du, wenn wir da sind! Bleibt dran!“
      (Fortsetzung folgt 8)

      Keep your mind wide open
      „Links rein! Links rein! Das ist eine Abkürzung!“ rief Mindful und bog in eine Seitenstraße ab.
      „E35? AnnaSophia ist jetzt auf dem Weg in die Stadt! Sie hat ein längeres Ding in einer schwarzen Decke dabei.“
      „Verdammt! Los schneller!“ rief Anastasia.
      Wir erreichten eine Kreuzung hasteten zwischen den stehenden Autos durch und nahmen die gegenüberliegende Straße.
      Wir erreichten das Ende der Straße, deren Querstraße gerade AnnaSophia entlang.
      Mindful rannte um die Ecke, blieb stehen und hechtete zurück. Ich stieß mit ihm zusammen, prallte ab und fiel auf Anastasia, die ebenfalls umkippte.
      „Sag mal, hast du einen Wurm im Kernhaus oder ist dir eine Sicherung durchgebrannt?“ fluchte ich lautstark und schüttelte meinen Kopf, um die Optik wieder hinzu bekommen.
      „Nicht so laut!“
      „Du kannst doch nicht einfach den Rückwärtsgang einlegen! Das hätte ins Auge gehen können!“ pflichtete mir Anastasia bei, die sich inzwischen wieder auf die Beine gekämpft hatte und etwas taumelte.
      „Ich weiß, tut mir auch schrecklich Leid, ab…“
      „Wenn ich nicht auf Anastasia gelandet wäre, könnte der Inhalt meines Kopfs jetzt an dem Bordstein kleben.“
      „Ja ja ja, und wenn wir um die Ecke gerannt wären, würde deine Denkgrütze jetzt an Li kleben!“
      „WAS?“
      „Pssssssssssst! Seid ihr noch bei Trost? Warum singt ihr nicht gleich ein Begrüßungslied?“ fragte Mindful, dem anscheinend nichts passiert war.
      „Weil bei mir noch die Engelchen singen! Du hast vielleicht einen harten Schädel!“ antwortete ich und stand auf.
      „Ich glaub mich knutscht ein Elch!“ entfuhr es mir, nachdem ich vorsichtig an der Laterne vorbei um die Ecke gespäht hatte.
      „Lass mich auch mal!“ drängte Anastasia und stieß auf dem Weg zur Ecke gegen eine leere Coladose, die laut scheppernd um die Ecke und in Li’s Richtung rollte.
      „Ups!“
      „Na toll! Jetzt schickt der einen seiner Affen!“
      Der kräftige Mann ging, auf den Befehl seines Chefs hin, um die Ecke, hinter der die Coladose hervorgerollt war. Hinter der Ecke fand er die Säule einer Laterne, einige Müllcontainer und einen kleinen Vorgarten mit Teich.
      Er drehte sich um und ging zu seinem Chef zurück.
      „Puh! Das war knapp!“ seufzte ich und kletterte von der Laterne herunter, auf die ich mich geflüchtet hatte.
      „Ist er weg?“ fragte Anastasia, die sich in einen Müllcontainer verzogen hatte.
      „Ja. Die Luft ist rein.“ Antwortete ich.
      „Mann ist das ein Gestank! Wo ist Mindful?“
      Im Vorgarten plätscherte es, dann tauchte Mindful aus dem kleinen Teich auf.
      Anastasia verkniff sich das Lachen.
      Ich holte gerade Luft, aber Mindful war schneller.
      [font=&quot]„Sag jetzt bloß nichts!“
      (Fortsetzun folgt
      8) )
      [/font]

      Keep your mind wide open
      „Shengo? Kannst du mich hören?“ fragte Anastasia.
      „Jo, was gibt’s?“
      „Wir haben Li entdeckt.“
      „Ihr habt was?“
      „Bist du schwerhörig?“
      „Nein, natürlich nicht! Wo seid ihr jetzt?“
      Jetzt konnte ich Shengo sehen, der sich auf der anderen Seite der kreuzenden Straße in den Eingang eines Internetkaffees stellte, damit ihn AnnaSophia nicht sehen konnte.
      „In der kleinen Nebenstraße, bei dem Restaurant, dass die roten Sonnenschirme außen stehen hat.
      „Ah! Ich kann euch sehen. Und wo ist Li?“
      „Der ist…“ Anastasia spähte um die Ecke.
      „Verdammt wo ist der hin?“
      Li war verschwunden, samt seinen Söldnern. Einfach weg.
      „Scheiße!“ fluchte ich.
      „Kingwitty. Funk sofort die anderen an, sie sollen sofort ihre Allerwertesten hier her bewegen!“ rief Mindful.
      „Ich hab doch gesagt, das stimmt was nicht! Wo ist AnnaSophia?“ fragte ich. Ich hatte sie aus den Augen verloren.
      „Da! Sie steht vor dem Einkaufscenter.“ Meldete sich Dave.
      Jetzt hatte ich sie wieder gefunden. Genauso, wie Li, der sich ihr von hinten näherte.
      „Achtung! Li von hinten!“ reif Shengo, der zur nächsten Ecke huschte.
      „Sollen wir eingreifen?“ fragte Anastasia.
      „Noch nicht! Ich glaube, es ihm um den Gegenstand geht, den AnnaSophia dabei hat.“ Antwortete ich.
      Dann packte Li AnnaSophia am Arm. Gleichzeitig raste ein Kleintransporter mit getönten Scheiben durch die Straße.
      „Zugriff! Los! Der will AnnaSophia wieder entführen!“
      Wir stürmten zu Li und AnnaSophia, bei denen der Kleintransporter inzwischen gehalten hatte. Li zerrte an AnnaSophia und schob sie Richtung Wagen, aber AnnaSophia wehrte sich.
      Ein dröhnen ertönte, dann schoss Roflduhastlol mit seinem Motorrad an uns vorbei und raste auf den Kleintransporter zu. Li und seine Männer hatten AnnaSophia in den Wagen verfrachtet und der Fahrer gab Gas.
      „Nicht schießen!“ rief Dave, als ich zu dem Wagen rannte, mit den Füßen hinten auf dem Kleinen Vorsprung landete und mit an der Flügeltür festklammerte.
      Roflduhastlol riss sein Motorrad herum, gab Gas und holte mich und den Wagen ein.
      Ich gekramte mit der einen Hand einen Peilsender aus meiner Tasche, während ich mich mit der anderen an der Tür festkrallte, dann befestigte ich den Sender mit einem Saugknopf am Dach des Autos.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      „Steig auf!“ rief mir Roflduhastlol vom Motorrad aus zu.
      „Du musst näher rann!“
      „Jetzt mach schon!“
      „Noch ein Stück!“
      „Mehr geht nicht! Jetzt komm rüber! Da vorne kommt eine Kurve! Das überlebst du nicht!“
      „Das ist zu weit! DU bist zu weit weg!“
      „Du kommst jetzt rüber! Auf der Stelle!“
      „Scheiße!“
      „Was?“
      „Meine Hand klemmt!“
      „Hör auf mit diesen Witzen!“
      „Ich finde das gar nicht witzig, wirklich!“
      Ich ruckelte an der Hand und schlug einige Male dagegen, aber die Finger ließen sich nicht öffnen.
      „Das Ding lässt nicht los!“
      „Dann lass dir was einfallen!“
      Ich packte mit der anderen Hand die Finger und bog sie mit gewallt auf, dann klammerte ich mich mit der Rechten fest.
      „Ok!“
      „Schnell! Wir sind gleich in der Kurve!“
      Ich ließ los und landete hinter Roflduhastlol auf dem Motorrad, das gefährlich schwankte.
      Der Wagen raste in die Kurve, Roflduhastlol drosselte die Geschwindigkeit und wir rollten aus.
      „Das war nicht lustig!“ stellte er fest.
      „Warum fährst du nicht hinter her?“
      „Die anderen haben die Polizei verständigt. Webmaster hat sich in das Ampelsystem gehakt und leitet den Wagen ein bisschen durch die Stadt in eine Straße, in der die Polizei gerade eine Straßensperre aufstellt.“ antwortete Roflduhastlol.
      „Ich glaube, ich muss da noch mal dran herumschrauben.“
      „Wieso? Was hast du denn geschraubt?“
      Ich hob meine linke Hand und zwischen meinen Fingerknöcheln kamen drei scharfe Metallklingen durch Schlitze im Handschuh zum Vorschein.
      „Cool!“
      „Find ich auch. Aber da muss noch was locker sein, sonst hätte ich einfach loslassen können.“

      Der Wagen hielt einige Meter von der Straßensperre entfernt, mitten auf der Straße. Kaum war der Wagen zum stehen gekommen, rannte ein Spezialkommando der Polizei auf die Straße und umstellte den Wagen.
      Dann öffneten die Beamten die Hecktür und fanden AnnaSophia, die gefesselt an der Wand lehnte.
      „Los, löst die Fesseln!“
      Ich ging zu AnnaSophia, die ziemlich mitgenommen war und stützte sie.
      „Alles in Ordnung?“ fragte ich AnnaSophia, während wir zu einem Polizeiauto gingen.
      „Ja, geht schon.“
      Wir waren vielleicht zehn Meter gegangen, als hinter uns plötzlich Tumult ausbrach.
      Ich fuhr herum und konnte einem Polizisten, der von dem Auto wegrannte, nur noch das Wort „Bombe“ von den Lippen ablesen, dann wurde der Kleintransporter von einem Feuerball zerrissen. Ich drehte mich um, riss AnnaSophia auf den Boden und legte mich schützend vor sie, dann betäubte mich die Druckwelle.

      Ein unglaublich hohes und unerträglich lautes Pfeifen hatte sich in meinen Ohren verirrt und setzte mein Trommelfell einem Strapaziertest aus.
      Ich öffnete die Augen und sah lauter bunte Farbkleckse, die sich wild und ohne Ziel oder System bewegten.
      Etwas Hallendes mischte sich unter das Pfeifen, das langsam abnahm.
      „E35! E35! Kannst du mich hören?“ fragte jemand weit entfernt.
      Ich blinzelte irritiert.
      „Hallo! Wie geht es dir? Kannst du was sehen?“
      Langsam wurde das Bild schärfer.
      Ich erkannte die Schemenhaften Umrisse von Menschen, die hin und her rannten.
      Das Pfeifen hörte langsam auf und nun hörte ich den Lärm von Polizeisirenen, Krankenwägen, knirschenden Splittern auf dem Boden, die Rufe von Sanitätern und die Schreie von Verletzten.
      Endlich war mein Bild wieder einigermaßen Scharf. Ich drehte mich auf den Rücken und stöhnte. Glas knirschte.
      „E35? Wie geht es dir?“
      Ich sah auf und blickte in AnnaSophias Augen, die neben mir kniete.
      „Ahhhh. Bin ich im Himmel? Ne, definitiv nicht! Dafür ist es hier zu laut. Aber du siehst himmlisch aus.“
      AnnaSophia lächelte
      „Wie geht es dir?“ fragte sie erneut.
      „Ich… fühl mich… wunderbar. Als… hätte mich ein… ein Haus… erschlagen. Himmlisch!“
      Ich grinste und AnnaSophia stand auf, sodass ich auch die anderen sehen konnte, die sich um mich gesammelt hatten.
      „Hi, Leute! Leben alle noch?“
      „Du hast AnnaSophia das Leben gerettet.“ bemerkte Jarak.
      „Wie das?“
      „Wenn du dich nicht dazwischengeworfen hättest, würde jetzt in AnnaSophia der Metallstab stecken, der an deiner Weste abgeprallt ist.“ Klärte Asrloverock mich auf und hielt ein etwa dreißig Zentimeter langes Metallstück hoch.
      „Ach das! Keine Ursache. Dafür bin ich da!“
      Ich sah mich um.
      Es war früher Abend und der Mond schien bereits.
      An der weitläufigen Absperrung drängten schaulustige Passanten und Journalisten, die natürlich genau wissen wollten, was wie wann wo warum wodurch passiert war.
      Die Explosion hatte den Kleintransporter regelrecht zerfetzt. Zwei Streifenwagen hatte die Explosion einfach umgeworfen, ein weiterer stand noch mit einer großen Delle in der Fahrertür in Flammen. Die Teile des explodierten Autowracks, das trotz des vielen Löschschaums noch an einigen Stellen rauchte, waren auf der ganzen Straße verteilt, einige Metallstücke hatten sogar Löcher in Hausfassaden geschlagen oder steckten in parkenden Autos. In der ganzen Straße waren sämtliche Fensterscheiben geplatzt und die Scherben hatten sich gleichmäßig über den Asphalt verteilt.
      „Macht ihr mal platz? Ich muss mich um den jungen Mann hier kümmern.“ drängte sich ein Sanitäter durch.
      „Danke, aber mir geht es gut.“ Versuchte ich ihn abzubringen.
      „Nichts da. Du kommst mit! Ich hol nur noch kurz eine Trage!“
      Der Mann verzog sich wieder, um eine Trage zu organisieren.
      „Leute! Ihr müsst mir helfen, sonst lande ich schon wieder im Krankenhaus.“
      Ich setzte mich auf und Mufuß half mir auf die Beine.
      „Danke. Und jetzt nix wie weg hier!“
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Wir hatten uns in der Zentrale der ASRSG versammelt.
      Wie ich von den anderen erfahren hatte, hatte Li sich mit seinen Söldnern durch eine Klappe im Boden des Autos und dann durch den darunterliegenden Gully, der zu einer der Hauptadern von Denvers Kanalisation führte, aus dem Staub gemacht. Die Bombe war dann über eine Funkzündung ausgelöst worden.
      „Mich würde jetzt brennend interessieren, was dieser Zettel sollte.“ Begann Zunami, der sich nebenbei eine Schürfwunde verarztete.
      „Da bin ich aber auch gespannt.“ Stimmte Jarak zu.
      „Ihr meint den Zettel aus dem Schließfach, oder?“ fragte AnnaSophia, die außer einigen Schrammen heil davongekommen war. Ich hatte einige Schürfwunden und Schnitte, außerdem am Rücken noch eine gehörige Prellung von dem Metallstück, dass meine Schutzweste abgefangen hatte.
      AnnaSophia zog das Stück Papier aus der Hosentasche und legte es für alle sehbar auf den Tisch. Mit dünnem Bleistift hatte jemand folgenden Text daraufgeschrieben:
      Heute. Gleich nach Schulschluss. Vor dem Einkaufscenter. Bring das Schwert in eine schwarze Decke gehüllte Schwert mit und alles verläuft friedlich. Lass deine Freunde, die hier überall herumstreunen, aus dem Spiel, sonst muss ich dich wieder mitnehmen. Wenn du einverstanden bist, stecke den Zettel mit der LINKEN Hand in die LINKE Hosentasche. Ansonsten sehen wir uns gegen deinen Willen.

      „DAS war in DEINEM Schließfach?“ fragte Eminem.
      „Ja.“
      „Wie bekommt man so was da rein, ohne es zu öffnen?“ fragte Basti und kratze sich am Kopf
      „Keine Ahnung. Er war im Schließfach.“ Antwortete AnnaSophia.
      „Was will Li mit dem Schwert? Und warum hat er wieder versucht, AnnaSophia zu entführen, wenn er versprochen hat, sie nicht mit zu nehmen?“ fragte Mindful, der auf der Kante des Tischs saß.
      „Vielleicht ist es ein Erbstück und er hat es sich angesichts des Wertvollen Lebens, dass sich mit ihm treffen würde, doch noch anders überlegt.“ überlegte Dave.
      „Dafür macht man doch nicht so einen Aufwand!“ widersprach Engelchen.
      „Li schon. Und zwar schon ganze drei mal!“ warf Eminem ein
      „Chinesen und Japaner ticken doch so! Alles eine Frage der Ehre!“ stimmte Kingwitty seinen Vorrednern zu.
      „Aber wenn es ihm dann so wichtig ist, warum hat er es dann nicht einfach mitgenommen?“ fragte ich.
      „Bitte! Da fragst du? Da unten ist es dreckig! Außerdem sind die Stege, die Links und rechts am Kanal entlanggehen keine dreißig Zentimeter breit.“ antwortete Lordi.
      „Das kann ich mir nicht vorstellen, dass er deswegen das Schwert einfach liegen lässt!“ gab Goofan zu bedenken.
      „Ich mir auch nicht.“ Stimmte Dave zu.
      „Wenn er es also unbedingt wieder haben will, aus welchem Grund möchte er es dann nicht in die Kanalisation mitnehmen?“ fragte AnnaSophia.
      „Doch der Dreck?“ überlegte Anastasia.
      „Was soll’s!“ fragte Patrick, nahm den Zettel, auf dem die Nachricht von Li stand und war ihn als Papierbällchen in sein Colaglas.
      Wir sahen eine Weile zu, wie das Papier sich voll saugte, die Kugel sich langsam wieder entfaltete und das Papier schließlich als dicker Lappen im Cola schwamm.
      „Heureka!“ entfuhr es Webmaster nach etwa zehn Minuten Denkpause und alle schreckten auf.
      „Was für ein Viech?“ fragte Mufuß, der fast vom Stuhl gekippt war.
      „Heureka.“ Wiederholte sich Webmaster.
      „Chef. Ich glaube, hier ist eine Erklärung fällig.“ Meldete sich Goofan zu Wort.
      „Heureka ist altgriechisch und heiß „ich hab’s!“ “
      „Ja nein, dass wissen wir, ich mein was ist denn so heureka?“ fragte Jarak verwirrt.
      „Ich glaube, er hat irgendwo in oder an seinem Schwert etwas versteckt. Etwas aus Papier.“
      „Das würde erklären, warum er es nicht mit in die Kanalisation nehmen wollte.“ Gab ich zu.
      „Also doch ein Liebesbrief für AnnaSophia?“ fragte Patrick, der von AnnaSophia einen schiefen Blick mit hochgezogener Augenbraue bekam.
      „Halt’s Maul!“ fuhr ihn Shengo an.
      „Jajaja, mein ja nur. Hätte ja sein können, dass es einen geheimen Liebh…“
      „Halt’s Maul!“ riefen alle.
      „Etwas aus Papier. Klingt logisch.“ Nahm Basti das Thema wieder auf.
      „Aber wo ist es versteckt?“ fragte Kingwitty, der das Schwert betrachtete.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Wir begannen, Schwert und Hülle sorgfältig nach möglichen Verstecken abzusuchen.
      Nachdem zwei Stunden vergangen waren, in denen wir in akribischer Kleinstarbeit jede einzelne Verzierung gemustert hatten, gaben wir auf.
      „Leute. Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich sehe nichts mehr außer Muster und Verzierungen.“ Murmelte Eminem, lehnte sich zurück und schloss die Augen.
      „Mir geht’s genau so.“ antwortete Basti.
      „Von den ganzen Verzierungen wird man ja Blöd!“
      Ich hielt das Schwert und schwenkte es einige male. Es ließ sich schwerer Bewegen, als meins. Die Klinge war schwerer, als der Griff, das hieß…
      „Ich hab’s!“ rief ich.
      „Heureka?“ fragte Zunami überrascht.
      „Ja, heureka. Halt mal!“
      Ich drückte Roflduhastlol die Klinge des Schwertes in die Hand, dann begann ich, den Griff zu untersuchen. Kurz darauf hielt ich einen ordentlich gefalteten Zettel in der Hand.
      „Wo verflucht noch mal hast du jetzt plötzlich diesen Wich her?“ fragte Shengo entgeistert.
      „Zauberei! Nein, natürlich nicht. Ich habe den Knauf vom Griff abgeschraubt.“
      „Ähm, kannst du das Ding jetzt wieder nehmen?“ fragte Shengo, der das Schwert bis jetzt mit Fingerspitzen an der Klinge festgehalten hatte, um sich nicht zu schneiden.
      Ich nahm das Schwert und steckte es zurück.
      „Was steht denn da drauf?“ fragte Patrick, der sich vorbeugte, um etwas zu erkennen.
      „Das ist ein Stück von einer Landkarte! Mit einem Schwarzen Kreuz!“ stellte Webmaster fest, der das Stück Papier genau betrachtete.
      „Ist das in Denver?“
      „Nein, eher Rocky Mountains.“ Mutmaste Dave.
      „Webmaster. Kannst du herausfinden, wo sich dieser Ausschnitt auf der Karte befindet?“
      „Klar. Ich muss nur den Schnipsel einscannen und dann durch den Computer jagen. Das wird ein bisschen dauern, aber morgen früh kann ich euch hundertprozentig sagen, wo sich das Kreuz befindet.“
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      AnnaSophia saß hinter dem Schultisch und an der Tafel versuchte der physikbegeisterte Lehrer seinen Schülern mittels überschwänglicher Gestik und scheinbar endlosen Sätzen den Doppelspaltversuch zu erklären. Das eigentlich faszinierende bei seinem Gebrabbel war keineswegs der Stoff, sondern die Tatsache, dass er nach einem dreifach geschachtelten Nebensatz ohne einem einzigen Grammatikfehler an den Hauptsatz anknüpfte.
      AnnaSophia stützte ihren Kopf gelangweilt auf die andere Hand und verpasste ihrer Banknachbarin, die eingeschlafen war, einen leichten Stoß in die Seite.
      Der Lehrer hatte inzwischen nach einer ausgiebigen Suche nach der Kreide, die er natürlich genutzt hatte, um alles noch mal zu erklären, begonnen, ein Tafelbild anzuschreiben.
      „Alles klar bis jetzt?“ fragte der Lehrer.
      „Nein!“ schrei jemand auf dem Gang, Schuhe quietschten, etwas rumpelte, dann flog die Tür auf und Li marschierte, begleitet von einer handvoll bulligen Söldnern, in das Zimmer.
      „Entschuldigen sie die Störung.“
      „Was suchen sie hier?“ fragte der Lehrer entrüstet, der anscheinend den Faden verloren hatte, aber Li beachtete ihn gar nicht und zwei Männer gingen zu AnnaSophia.
      „Sie sprechen wohl nicht mit jedem, wie?“
      Li zog blitzschnell seine Pistole und hielt sie dem Lehrer an den Kopf.
      „Ich habe meine eigene Sprache, sie verstehen? Und jetzt geben sie mir die Schlüssel!“
      „Die…die Schlüssel?“
      „Was hab ich denn gerade gesagt? Wird’s bald?“
      Der Lehrer schluckte und drückte Li die Zimmerschlüssel in die Hand.
      Die beiden Männer hatten AnnaSophia inzwischen nach vorne gezerrt, an den Klassenmitgliedern vorbei, die alle starr vor Schreck auf ihren Stühlen hockten.
      „Schönen Tag noch!“ verabschiedete sich Li, verließ mit seinen Männern und AnnaSophia das Klassenzimmer und sperrte dann sorgfältig ab.
      Auf dem Gang und im Treppenhaus lagen die bewusstlosen Wachen der ASRSG, die von Li und seinen Söldnern überrumpelt worden waren.
      „Mein Kompliment. Sie haben es gerade geschafft, die halbe ASRSG auszuschalten, ohne dass irgendjemand irgendwas gemerkt hat.“
      „Danke. Sagst du mir jetzt bitte, wo mein Schwert ist?“
      „Das ist sicher verstaut.“
      „Ach! Dann wird mir das Vögelchen sicher auch verraten, wo?“
      „SIE KÖNNEN MICH MAL!“
      Li verpasste AnnaSophia eine Ohrfeige.
      „Nicht in diesem Ton! Wo sind denn deine Manieren geblieben? Also, wo ist das Schwert?“
      „Wenn Sie wirklich so naiv, rennen Sie jetzt einfach in das ASRSG - Hauptquartier und nehmen ihr gottverdammtes Schwert mit? Ihnen ist doch klar, dass da wenigstens dreihundert Mitglieder auf Sie warten, um ihnen und ihren blutrünstigen Affen mal die verkalkten Rüben mit ein Paar Kugeln durch zuschrubben!“
      „Das werden wir ja sehen. Komm mit!“
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Ich trat um die Ecke und blieb einige Meter von ihm entfernt stehen
      „Sie bleibt hier! Ihr benehmen ist wirklich stillos, Li! Aufdringlich und respektlos!“
      „Ah! So sieht man sich wieder!“
      „Lassen Sie sie gehen! Und zwar jetzt!“ forderte ich.
      „Gib mir mein Schwert! Dann kann deine Freundin verschwinden.“
      „Sie halten ihr Wort nicht, Li! Das haben sie inzwischen bewiesen. Sie haben eine stillose Art, ihre Ziele zu erreichen!“
      „Hat der gerade Freundin gesagt?“ fragte Patrick, der mit Dave und Mufuß für den Notfall hinter der Ecke stand.
      „Gib mir das Schwert. Sonst werde ich die Kleine gleich total stillos töten!“ knurrte Li und drückte AnnaSophia den Lauf an den Kopf.
      Um uns herum hatten sich inzwischen einige Schüler versammelt, die neugierig gafften.
      AnnaSophia sah mich flehend an, ihr war die Angst ins Gesicht geschrieben.
      „Ich zähle bis drei! Dann klebt ihr Gehirn an der Wand dieses Schulhauses!“
      Ich biss die Zähne zusammen.
      „Eins… Zwei...!“
      Li entsicherte seine Waffe.
      „Mach schon!“ rief AnnaSophia, die den Tränen nah war.
      „Drrrr…!“
      „Ok! Sie haben gewonnen! Sie bekommen ihr Schwert!“
      Li sicherte die Waffe wieder, wir gingen langsam auf einander zu und beobachteten uns misstrauisch.
      Dann standen wir uns gegenüber.
      „Du bist und bleibst ein Verlierer!“ spottete Li und schubste AnnaSophia zu mir, die sich gleich an meine Schulter drückte und in Tränen ausbrach.
      „Lieber Verlierer als krimineller Abschaum! Nehmen sie ihr Schwert und werden sie glücklich!“
      „Oh ja! Das werde ich! Viel Glücklicher als du mit deinem Roboterarm und der Kleinen!“
      „Sie haben keine Ahnung!“
      „Oh doch! Die habe ich wohl! Ich war noch nicht einmal vier Jahre alt, als ich von meinen Eltern auf die Straße gesetzt wurde. Und dort habe ich sehr schnell gelernt, dass Geld der einzige Weg ist, um sich seine Wünsche zu erfüllen und glücklich zu sein.“
      Ich sah Li mit einer Mischung aus ‚ihhh’ und ‚Kotz’ an. Es ging ihm wirklich nur ums Geld. Sonst brauchte er nichts.
      Ich warf Li das Schwert zu und legte AnnaSophia einen Arm auf den Rücken.
      „Jetzt sind wir quitt, Li!
      Ich drehte mich um und ging mit AnnaSophia zum Ausgang. Wir waren
      Dann nahm ich alles in Zeitlupe war, ich sah, wie sich Li’s Schatten Streckte, ich hörte seine Kleidung rascheln, unsere Schritte, AnnaSophias Schluchzen, warnende Rufe von den Umstehenden Menschen , ich spürte die Bewegung hinter mir, die sich uns näherte, ich spürte, wie AnnaSophia herumfuhr und zusammen zuckte.
      Ich fuhr herum und riss meinen Arm hoch, dann traf die Klinge, die Li geschwungen hatte, drei Stahlklingen, die ich aus meiner Roboterhand ausgefahren hatte. Funken sprühten und mein ganzer Körper wurde erschüttert.
      „Dieses Mal nicht, Li, dieses Mal haben sie sich verrechnet.“
      Ich riss den Arm zur Seite und schlug Li’s Klinge weg.
      „Das nächste Mal, wenn Sie versuchen, ihr etwas anzutun, bring ich Sie um!“
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Wir saßen in der Zentrale der ASRSG.
      „So viel zum Thema `SchutzGruppe`! Wir bringen es ja nicht mal fertig, AnnaSophia in der Schule zu Schützen!“ schimpfte Kingwitty, knüllte ein Blatt Papier und warf es über die Schulter.
      „Jede Partei bietet ein Wahlprogramm, das besser zu ihr passt, als unser Ziel zu unserem Verein!“
      „Aber das Schlimmste ist ja, dass wir uns immer wieder von ihm überrumpeln lassen!“ stellte Eminem resigniert fest.
      „Das ganze hat keinen Sinn mehr! Wir machen genau das, was wir eigentlich verhindern wollten. Wir bringen AnnaSophia nur noch in größere Schwierigkeiten, aus denen wir sie dann rausfischen, nur um sie in den nächsten Ärger zu kippen.“ Fasste Webmaster zusammen.
      „Stimmt! Wir haben es sogar geschafft, dass AnnaSophia jetzt schon seit vier Stunden weinend in einem Zimmer sitzt und allein sein will.“ Stimmte Basti zu.
      Ich fuhr mir mit der Hand durch das Gesicht. Ich war müde und fühlte mich beschissen. Allein die Tatsache, dass wir immer und immer wieder derartig versagt hatten gab mir das Gefühl, ich hätte einen Fußball in den Magen bekommen.
      „Was machen wir jetzt? Leute! Wir haben was gut zu machen!“ brachte Zunami ein.
      „Was willst du denn machen?“ fragte Shengo gereizt und kühlte seine Beule.
      „Keine Ahnung! Aber ich hab mich auch nicht unlängst von Li überrumpeln lassen, wie ein blutiger Anfänger!“
      „Das wäre dir genauso gegangen! Der Mann ist der Hinterhalt in Person!“ verteidigte sich Shengo.
      „Wer’s glaubt wird selig! Ihr habt euch…“ begann Jarak
      „Ach sei doch leise und lass deine geistigen Blähungen wo anders ab!“ schlug Asrloverock vor.
      „Du hast hier am wenigsten zu sagen!“ mischte sich Lordi ein.
      „Leute, wir…“ begann ich.
      „Das sagt der richtige! Wer hat sich denn aufs Klo verkrümelt, als Li gekommen ist?“ fragte Zunami.
      „Menschliches Bedürfnis! Außerdem hab ich mich beeilt!“
      „Leute,…“
      „Wenn du das alles so gut kannst, warum hast du dann nicht geholfen?“ fragte Shengo Jarak.
      „Vielleicht, weil ihr Schicht hattet?“ antwortete Jarak schnippisch.
      „Du hättest ja auch einfach länger bleiben können!“ rief E36.
      „Ach, du wärst auch länger geblieben?“ fragte Eminem spöttisch.
      Ich vergrub das Gesicht in den Händen und schüttelte den Kopf.
      „Ihr hattet Schicht, ihr habt euch überrumpeln lassen, ihr seid Schuld!“ fasste Dave zusammen.
      „Das hab ich jetzt aber überhört!“ rief Eminem und stand auf.
      „Du hast mich schon verstanden!“
      „Jungs,…“
      „Habt ihr das verstanden?“ rief Eminem.
      „Schon! Ihr seid solche…“ begann Goofan.
      WENN IHR JETZT NICHT SOFORT RUHIG SEID, FLIEGT IHR ALLE AUS DEM FENSTER!“ brüllte ich und schlug so heftig auf den Tisch, dass die Glasflasche, die darauf stand, umkippte und auf dem Boden erschellte.
      „Habt ihrs jetzt bald wieder?“ fragte ich.
      Betretenes Schweigen.
      „Es hat doch keinen Sinn, dass wir uns gegenseitig Umbringen, oder hab ich da was falsch verstanden?“ fragte Webmaster.
      Alle schüttelten den Kopf.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      „Dann lasst ihr jetzt diese idiotische Schuldschieberei, die von unseren geschätzten Politikern betrieben wird. Seid ihr Politiker? Nein! Dann hört auf, euch wie Politiker zu verhalten!“ rief Anastasia, die sich bis jetzt die Ohren zu gehalten hatte.
      „Wir haben einen Job zu erledigen und der besteht bestimmt nicht darin, uns gegenseitig wie Kannibalen die Augen auszupicken.“
      „Das hat doch sowieso keinen Sinn! So wie ich das sehe, ziehen wir beim nächsten mal wieder den Kürzeren!“ gab Engelchen zu bedenken.
      „Stimmt! Li ist es gewohnt, zu gewinnen, deswegen ist er in dieser Angelegenheit so ehrgeizig.“ Pflichtete Patrick ihr bei.
      „Dann sollten wir ihm das abgewöhnen!“ schlug ich vor.
      „Und wie?“ fragte Mufuß skeptisch.
      „In dem wir uns zum Abschuss frei geben?“ fragte Mindful.
      „Nein. Wir müssen als erstes AnnaSophia zu ihren Eltern bringen. Je schneller, desto besser. Li wird sicher bald bemerken, dass er nur das Schwert und nicht den Plan hat. Spätestens dann müssen wir mit seinem nächsten Besuch rechnen.“
      „Klingt logisch.“ Gab Dave zu.
      „Ist auch logisch. Wir müssen also AnnaSophia aus dem Gebäude schaffen, ohne dass Li uns verfolgen kann.“
      „Und schon sind wir beim Unmöglichen!“ murmelte Mufuß.
      „Nein. Das ist erst der Anfang! Ich habe da so eine Idee. Wir brauchen allerdings fünf Schaufensterpuppen, einen Pizzawagen und noch einiges anderes.“
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open
      Pünktlich um 9Uhr 55 am nächsten Tag setzte ich mein Headset auf und prüfte den Empfang. Um 9 Uhr 57 betraten Kingwitty, Dave, Mufuß, Shengo, Lordi, Webmaster, Basti, Mindful, Jarak, Engelchen, Eminem und Goofan die Tiefgarage und bemannten die vorbereiteten Wagen. Um 9 Uhr 59 öffnetet sich das Schwere Garagengitter und pünktlich um zehn Uhr verließen die vier Autos die Zentrale. Die Wagen wurden einfach A1, A2, A3 und A4 genannt.
      Dave hatte darauf bestanden, nicht mit mir im gleichen Auto zu sitzen, zu Recht. So saß er mit
      Kingwitty und Mufuß im Auto Nr.1, Auto Nr.2 wurde von Shengo, Lordi und Webmaster gefahren, im Auto Nr.3 saßen Basti, Mindful und Jarak und in Auto Nr.4 befanden sich Engelchen, Eminem und Goofan, alle bestückt mit einer SchaufensterpuppenannaSophia. Wie erwartet, hefteten sich Li’s Männer an die vier Wagen, die alle eine andere Richtung einschlugen. Ziel dieser vier Ablenkungsgruppen war es, Li’s Männer erst systematisch zu verwirren und dann auszuschalten.
      Ich spähte durch die Lamellen der Schalousie und sah einige wartende Wagen, die nur zu Li’s Männern gehören konnten.
      „Ich ruf den Pizzamann an!“ rief Roflduhastlol und setzte sich ans Telefon.
      „Ja Hallo. Kann ich bitte Luigi sprechen? Danke.“
      „Denkst du, das Klappt?“ fragte AnnaSophia.
      „Ich hoffe schon.“
      „Ciao Luigi! Ich hätte gern eine Lieferung in zehn Minuten. Geht das? Aber beeil dich, sonst wird alles kalt und die Party läuft schief!“
      „Was redet der da?“ fragte Anastasia.
      „Keine Ahnung.“
      „Danke Luigi! Großartig! Wir sehen uns! Ciao!“
      „Was war das denn?“ fragte Anastasia.
      „Ich musste ihm irgendwie mitteilen, dass die Party steigt, ohne dass sein Chef Wind von der Sache bekommt.“
      „Ok. Gehen wir den Plan noch mal durch. AnnaSophia und E36 gehen in den Wagen des Pizzalieferanten, der im Hof hält. Zunami und Roflduhastlol fahren einige Minuten vor dem Lieferanten los und machen auf dem Rastplatz hier Pause.“ Ich deutete auf die Straßenkarte.
      „Fünf Minuten nachdem der Pizzaservice mit AnnaSophia, Patrick und E36 abgefahren ist, machen Asrloverock, Anastasia und ich und auf eine kleine Rundfahrt durch die Stadt. Webmaster sorgt von seinem Notebook aus dafür, dass eventuelle Verfolger uns verlieren. Dann parken wir im Parkhaus der Shoppingmeile auf der dritten Etage.“
      „Der Pizzadienst fährt in das Parkhaus und E36 und AnnaSophia steigen bei uns ein. Dann verlässt der Pizzatyp das Parkhaus wieder und fährt zur Arbeit zurück.“ Fuhr Anastasia fort.
      „Ihr warten etwa zehn Minuten, dann fahrt ihr zu dem Autobahnrastplatz, auf dem Zunami und ich warten. Anastasia setzt eine Perücke auf, geht aufs Klo und steigt dann bei uns ein.“ Ergänzte Roflduhastlol.
      „Dann verlasst ihr die Autobahn, fahrt zum Hauptquartier zurück und wir bringen AnnaSophia nach Hause.“ Beendete Asrloverock den Plan.
      (Fortsetzung folgt 8) )

      Keep your mind wide open